Bova (RC)

Der griechische Geist der langsamen Stadt

Trotz der äußerlichen Anzeichen der Moderne scheint sich die Welt in Bova immer noch nur sehr langsam zu drehen. Die Götter von Bova sind griechischen Ursprungs und wurden der Überlieferung nach von einer armenischen Königin, die hier den idealen Ort vorfand, um ihre Ochsen grasen zu lassen, aus dem geheimnisvollen Osten hierher gebracht, den sowohl Alexander der Große als auch die Perser beanspruchten. Mit der Ankunft der Byzantiner erhielt und erneuerte sich die antike Gräzität und überlebte anschließend viele Jahrhunderte lang trotz vorherrschender Latinität.
 
Die Riten, die Sprache, die Traditionen und vor allem ein seltenes Gefühl der Gastfreundschaft erinnern an die griechischen Wurzeln.
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Bova ist ein Ort aus Licht und Stille, der zu Ruhe und Besinnung einlädt.
 

Diejenigen, die nach Bova kommen, werden auf einfache und spontane Weise von einer Gemeinschaft aufgenommen, die die Erinnerung an ihre Vergangenheit nicht verloren hat; sogar die Straßennamen sind in griechischer Sprache. Die kleinen Gassen, die sich unvermittelt zu offenen Räumen weiten, die sonnenbeschienene Piazza, die von De Chirico entworfen zu sein scheint, die unbewohnten Häuser, in denen die Landschaft in die leeren Zimmer eindringt: Bova ist ein Ort aus Licht und Stille, der zu Ruhe und Besinnung einlädt.

Vom auf 850 Metern Seehöhe liegenden Bova aus können Sie das Panorama des gesamten Küstenbogens mit Ihren Blicken umarmen. Die Siedlung ist eines der wichtigsten Zentren der gräzistischen Insel der Provinz Reggio Calabria und hat eine lange Geschichte, von der viele architektonische Spuren erhalten geblieben sind. Das altehrwürdige Bistum verfügt über eine Kathedrale, deren ursprünglicher Bau aus den ersten Jahrhunderten n. Chr. stammt. Sie ist der Madonna della Presentazione oder „Isodìa“ gewidmet und das Ergebnis aufeinanderfolgender Umbauten und Renovierungen und verfügt über einen dreischiffigen Innenraum, der an eine Basilika erinnert.
Die bemerkenswertesten Werke sind die Cappella del Sacramento, die von sizilianischen, auf die Bearbeitung von polychromen Marmorintarsien spezialisierten Facharbeitern geschaffen wurde, sowie die Statue der Madonna „Isodìa“ mit Jesuskind, die Rinaldo Bonanno (1584) zugeschrieben wird, und auf einem Marmorsockel ruht, der das Stadtwappen Bovas wiedergibt. Bei Ausgrabungen wurden zahlreiche Gräber und die alte normannische Kirche freigelegt.
Die heute verfallene, normannische Burg erhebt sich auf einem felsigen Ausläufer. Die Kirche San Leo hat ein einziges Schiff mit Seitenkapellen, kostbaren Stuckarbeiten aus dem 19. Jahrhundert an den Wänden und einen prächtigen barocken Hochaltar, in dessen polychromer Nische eine Statue San Leos aus weißem Marmor von Pietro Bernini steht.

Inmitten der Gassen erheben sich zahlreiche Adelspaläste, die die Bedeutung von Bova im Laufe der Jahrhunderte bezeugen. Sehenswert sind der Palazzo Mesiani-Mazzacuva, der Ende des 18. Jahrhunderts in der Nähe der alten Verteidigungsanlagen der Stadt erbaut und von der Stadtverwaltung als Herberge des Kulturzentrums über die Magna Graecia bestimmt wurde; der Palazzo Nesci Sant'Agata (18. Jahrhundert) am Hauptplatz, der sich in Privatbesitz befindet; und schließlich der Palazzo Tuscano (19. Jahrhundert) in der Oberstadt, der das Besucherzentrum des Aspromonte-Nationalparks beherbergen soll.

 
Bova
 

Die blühende lokale Handwerkskunst geht auf die agrarisch-pastorale Tradition und die „Grecanica“-Kultur zurück und folgt damit einer langen Tradition, die heute in einigen Gewerken wie der Holzschnitzerei (Löffel, Formen für Süßigkeiten und Käse, Halsbänder für Ziegen, Bruststäbe), der Glasbearbeitung, der Weberei (Decken, Tischdecken, Teppiche, Lumpen) überlebt. Das Rohmaterialien für die volkstümliche Weberei sind Wolle, Leinen und vor allem Ginster, der an den Hängen des Aspromonte gesammelt und von den Webern selbst in langen manuellen Verfahren auf natürliche Weise verarbeitet werden. Das Ziergitter des Gewebes zeigt im Allgemeinen das griechische Kreuz, inspiriert von den Fresken von Madonnen und Heiligen in byzantinischen Kirchlein.

 
Bova Marina

Ein wunderschöner langer, feiner Sandstrand mit vereinzelten Kiesabschnitten. Eine kleine Bucht, von der aus man die bunten Fischerboote, die Sonnenschirme und unten in der Ferne die Madonnina del Mare sehen kann, die vom Gipfel des Capo San Giovanni aus (im Volksmund Rocca del Capo genannt) alle beschützt.

Das zwischen Capo Crisafi, San Giovanni d'Avalos und Amendolea gelegene Bova Marina entstand erst vor relativ kurzer Zeit und löste sich von der eher landeinwärts gelegenen Stadt Bova.
Der antike Hafen von Bova wuchs als separate städtische Einheit im späten neunzehnten Jahrhundert an der Bucht von Capo San Giovanni D'Avalos, dem elegantesten Vorgebirge des Ionischen Meeres. Bova Marina entwickelte sich zur Zeit der Urbanisierung der ionischen Küste, die mit einer Reihe vorteilhafter Faktoren einherging, wie den Bau der Eisenbahn, der Staatsstraße 106 und der wachsenden Erträge der Pflanzungen in den Marschlandebenen, die nach und nach trockengelegt wurden und nicht mehr länger den türkischen Invasionen zum Opfer fielen, die die Küste bis zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts bedroht hatten.
Im Jahr 1910 wurde das kleine Fischerdorf zu einer eigenständigen Gemeinde, die nach und nach von den Bürgern von Bova besiedelt wurde, denen es sehr gelegen kam, von den Erträgen aus dem Anbau von Bergamotte und später auch von Jasmin zu leben.

 
Bova
 

Bova Marina ist ein geschichtsträchtiger Ort und auch eine der wertvollsten archäologischen Stätten der Bovesìa. In der Tat genießt er dank der archäologischen Funde, die in Deri im Tal von San Pasquale freigelegt wurden, außerordentliches Ansehen. Die Stätte umfasst nicht nur Spuren einer Siedlung aus der frühgeschichtlichen Zeit, die sich auf das zehnte Jahrhundert v. Chr. datieren lässt, sondern auch die Ruinen einer römischen Villa, eines Aquädukts und einiger Gräber sowie das Fundament eines Bauwerks aus dem vierten Jahrhundert n. Chr., das vor allem aufgrund seines erhaltenen Mosaikbodens mit Symbolen der jüdischen ikonografischen Tradition, der Menora, des Schofars, der Zeder und des Palmenblatts, als Synagoge identifiziert wurde. Dabei soll es sich um die nach der in Ostia Antica ältesten Synagoge im Westen handeln.
Sie befand sich an einem Ort, der andere Gebäude aufwies, weshalb auf die Existenz eines kleinen Dorfes unweit der Küste geschlossen wird, das in der Antike für die Verbindung zwischen Reggio und den anderen Orten der ionischen Küste sorgte.

Bova Marina bietet Kulturtouristen den bedeutenden Rundgang des Archäologischen Parks Archeoderi im Bezirk San Pasquale, wo man das gesamte Gebiet um die Synagoge sowie im Inneren des Antiquariums mehrere Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Zeit der Magna Graecia und der byzantinischen Periode sowie das wertvolle jüdische Mosaik besichtigen kann.
Begibt man sich durch das Tal hinauf, kann man außerdem die Ruinen der kleinen byzantinischen Kirche von Panaghìa besichtigen, einen der unzähligen Kultusorte der italienischen Heiligen aus byzantinischer Zeit, deren kreisförmige Struktur an das Taufbecken von Santa Severina und die Cattolica von Stilo erinnert.
Den byzantinischen Kult bezeugt ein weiterer byzantinischer Schatz, die Überreste der kleinen Kirche San Niceto aus dem 10. Jahrhundert, die Sie in Apambelo auf einem kleinen Hügel besichtigen können, der sich zwischen den Olivenhainen und den Ginsterfeldern erhebt. Seinen Sitz in Bova Marina hat auch das I.R.S.S.E.C. (Istituto Regionale Superiore Studi Elleno Calabri), in dessen kürzlich eingeweihten Räumlichkeiten sich bei einem Besuch des Museums der bäuerlichen Zivilisation etwas über die handwerklichen Traditionen erfahren lässt, wodurch das kulturelle Angebot der Stadt zusätzlich bereichert wird.

Sehr eindrucksvoll ist der Ort Capo San Giovanni d'Avalos an der Landspitze von Bova. Auf dem Kamm des eleganten Vorgebirges, das die Griechen dem Herkules geweiht hatten, befinden sich heute Monumente, die die Geschichte dieser einst griechischen Küste symbolisieren: ein Ritterturm aus dem 16. Jahrhundert, eine von den Marzano, einer Familie adeliger Wohltäter, gestiftete kleine Kirche aus dem 18. Jahrhundert und eine massive Bronzestatue der Madonna del Mare, die im Jahr 1962 mit einem Hubschrauber hierher gebracht wurde. Die Verehrung der Jungfrau Maria, die in der ersten Augustwoche mit einer stimmungsvollen Prozession auf dem Meer gefeiert wird, hängt mit der Anwesenheit der der Madonna del Porto Salvo geweihten Kirche zusammen, die sich einst am Fuße des Vorgebirges erhob, bis ihr Ende des 17. Jahrhunderts eine heftige Sturmflut ein nasses Ende bescherte.

 
Bova
 
Archäologische Stätte Panaghulla

Die Straße, die dem Flussbett des San Pasquale folgt, teilt eine römische Stätte von hohem Bekanntheitsgrad unter Fachleuten in zwei Hälften. Kürzlich auf der Nordseite der Straße durchgeführte Ausgrabungen ermöglichten die Feststellung, dass es sich um eine besonders große Wohnanlage aus dem 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr. handelt.
Bedeutende Entdeckungen wurden auch bei der Chiesa della Panaghia gemacht, deren Umfassungsmauern die Aussparung einer großen spätantiken Apsis aufweisen.

 
Gastronomie

Die Produkte der landwirtschaftlich-pastoralen Tradition - Ziegenmilch, Tomaten, Olivenöl - sind die Grundlage für Delikatessen wie Maccarruni al Sugo di Capra, Cordeddi con il Sugo, Tagghiarini mit Kichererbsen, Ricchi di Previti mit Tomaten oder Ziege „alla vutana“. Hervorragend sind in dieser Gegend auch der Aufschnitt, der Käse (aus Schaf- oder Ziegenmilch) und die Desserts. Gönnen Sie sich abschließend eine Lestopitta, einen Pfannkuchen aus Mehl und Wasser, der in Öl gebraten und heiß genossen wird.

 


 


Adresse Piazza Roma 2
  89033 Bova (RC)
Telefonnummer 0965 762013
Fax 0965 762010
Webseite www.comune.bova.rc.it
 

 

In der Ortschaft herrschen die Ruinen des normannischen Schlosses vor. Auch die Kathedrale von Bova hat ihren Ursprung in derselben Epoche des Schlosses. Letztere wurde in den folgenden Jahrhunderten stark umgebaut. Die Kirche von S. Leo aus dem 17. Jahrhundert, die Kirche von S. Caterina und die Kirche von San Rocco aus dem 15. Jahrhundert sind auf alle Fälle einen Besuch wert. Besonders interessant sind außerdem die Adelspaläste wie zum Beispiel das Palazzo Nesci und das Palazzo Mesiano. Die treppenartig gebaute Altstadt, bietet in ihrer Gesamtheit, ein sehr suggestives und faszinierendes Panorama. Ebenso interessant ist das Palazzo Nesci von Sankt Agata, das zu den Kunstschätzen der Ortschaft gehört und in den ersten Jahren des 18. Jahrhundert gebaut und in Folge des Erdbebens im 1783 komplett restauriert wurde. Der Palast weist eine L-förmige Gliederung auf und beinhaltet zwei, auf zwei Stockwerken verteilte Bauten, die auf einem quadratischen Grundriss gebaut wurden und über einen zentralen Innenhof verfügen. Die gesamte Fassade wiederspiegelt klar in ihren Formen und im Wechselspiel von Fenstern und Balkonen, den ebenen Klassizismus. Erwähnenswert sind auch die Brunnen. Es gibt drei antike Quellen: diejenige von Petrafilippo, die Quelle von Sifoni und die Quelle do Clistì.

Die Kathedrale normannischen Ursprungs, die sichtbare Restaurierungen und Renovierungen aus den folgenden Jahren aufweist, ist der Madonna der Presentazione (Vorstellung) oder Isodia gewidmet. Der Dom ragt in einer, verglichen mit dem Stadtzentrum, erhöhten Position empor und weist eine Säulenvorhalle mit gemauerten Arkaden und Überresten der Ziegelsteine zweier Fenster, die einer antiken Kirche der Hodegetria angehörten, auf. Besonders interessant ist der Besuch der Kirche von San Leo, die ebenso anfangs 17. Jahrhundert, auf einer bestehenden Stätte, wieder aufgebaut wurde. Die Kirche bewahrt in ihrem Inneren Kunstwerke und – Schätze aus verschiedenen Epochen auf. Die Hauptfassade besitzt ein Eingangstor als einziger, dekorativer Bestandteil der äußeren Mauern, auf wessen Frontispiz das Wappen der Stadt und darunter das Jahr 1606 eingemeißelt sind. Nicht weit von Bova entfernt, kann man die Überreste des antiken, basilanischen Klosters der Santa Maria von Tridetti (10. bis 12. Jahrhundert) bewundern, die jonische Kapitelle aufweist, die vielleicht aus Locri stammen.

Das Kennzeichen der Ortschaft Bova ist das Schloss, das auf die normannische Zeit zurückgeht. Ebenso aus dieser Epoche stammt die antike Kathedrale, die nach dem Erdbeben des 1783 wieder aufgebaut wurde. Das Schloss von Bova, wovon bloß noch die Ruinen übrig sind, ragte auf der Spitze eines Felssporns empor, an wessen südliche Flanke sich das Dorf erstreckt.



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