Albidona (CS)

Albidona zwischen Geschichte und Legende

Albidona ist ein kleines, altes Bergdorf zwischen dem Alto Ionio Cosentino und dem Pollino-Massiv, fast an der Grenze zur Basilikata liegend. Sein Territorium erstreckt sich bis zum Meer und umfasst einen kurzen Kiefernwaldstreifen und einen kleinen Strand.
Die Lage von Albidona ist besonders, da es sich vom Meer gleich in der Nähe des Sarazenenturms bis hin zur eigentlichen Ortschaft erstreckt.

 
Interessant ist die Landschaft, da das Dorf auf einer Anhöhe liegt und einen spektakulären Blick über den gesamten Golf des Ionischen Meeres von Tarent bis Cariati bietet.
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Das Dorf wurde angeblich von einer Gruppe von Flüchtlingen unter dem Wahrsager Calcante gegründet, der nach seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg an der Küste Kalabriens landete und hier starb.
 

Im historischen Ortskern, der in Viertel (auf Albanisch vicinanz) unterteilt ist, kann man die Mutterkirche San Michele Arcangelo aus dem 17. Jh. mit ihren wertvollen Gemälden, die historischen Palazzi, die Kirche Sant'Antonio da Padova mit den Überresten des alten Klosters und Rione San Rocco besichtigen, in dem sich das erste in Kalabrien errichtete Kriegerdenkmal befindet.
Von der alten Burg der Castrocucco gab es bis in die 1970er-Jahre hinein noch einige Mauerteile und die zentrale Wasserzisterne. 2006 wurden neben dem Aussichtspunkt auf dem felsigen Hügel auch einige Mauerteile der alten Burg wiederaufgebaut.
Außerhalb der Ortschaft sind noch die Ruinen der alten Wassermühlen zu sehen, während es in den einzelnen Ortsteilen Brennöfen für Tonziegel gab.

 
Albidona
 

Wenige Schritte vom Meer entfernt liegt der Turm Marina di Albidona, auch Mönchsturm genannt, einst ein Wachposten gegen die Übergriffe muslimischer Piraten und später Zollposten.
Man kann die Landschaft und Natürlichkeit des ausgedehnten und vielfältigen Territoriums von Albidona auch auf den Trekkingrouten zu Fuß oder mit dem Mountainbike entdecken, die von den Bergen zum Meer und umgekehrt führen und dabei Naturoasen und Bauernhöfe durchqueren, die zu einer Rast einladen und lokale Produkte bieten.
Wer sich in die Wälder, an Wasserfällen und Bauernhöfen vorbei bis in den Canale del Cervo begibt, stößt auf ein seltenes Schauspiel, das nur wenige kennen: den Armo di Mastro Romano, der an einer steilen Klippe liegend seit Jahrhunderten allem trotzt und angeblich von der Hand des Teufels zurückgehalten wird.
Das Gebiet von Albidona wird auch von einem naturwissenschaftlich interessanten geologischen Phänomen durchquert, dem sogenannten Flysch von Albidona. Es handelt sich um eine Felsschichtung, die manchmal unter, manchmal über der Erde liegt und vom Tyrrhenischen Meer ausgehend Albidona durchquert und bis nach Lukanien reicht.

 
Albidona-Turm

Der auf einem kleinen Hügel liegende und zum Meer hin gerichtete Albidona-Turm wurde im 16. Jh. zur Verteidigung gegen die Sarazenen erbaut und als Wachposten gegen mögliche Angriffe vom Meer aus genutzt, so dass man von hier aus ein herrliches und atemberaubendes Panorama genießt.
Der aus lokalen Steinen errichtete Turm, dessen Mauern etwa 2 m dick sind, ist oben zylinderförmig, an der Basis dagegen kegelstumpfförmig, der Durchmesser beträgt in etwa 9 m, die Höhe ca. 12 m.
Die internen Stockwerke sind über eine eindrucksvolle Wendeltreppe und Falltür miteinander verbunden. Er wurde Jahr 1981 von lokalen Handwerkern restauriert und erhielt dadurch wieder eine Treppe und Zugbrücke.
Obwohl sich der Albidona-Turm im Privatbesitz befindet, ist er heute aufgrund seines großen historischen, kulturellen und touristischen Interesses eines der Wahrzeichen der kleinen Gemeinde von Albidona.

 Albidona
 
 
Kirche San Michele Arcangelo

Die Kirche befindet sich auf dem höchsten Punkt des Dorfes in einer Höhe von 800 m gleich an der Piazza Castello, deren Name auf die einst auf der gleichnamigen Anhöhe stehende Burg Castrocucco zurückzuführen ist. Von ihrem Aussichtspunkt aus ist das Panorama wirklich beeindruckend: Man sieht Plataci mit Montagnola, Alessandria del Carretto und das Sparviere-Gebirge, Serra del Manganile, Timpone della Foresta, Fiumara Avena und in der Ferne den Golf von Corigliano und die Berge der Sila.
Die Kirche stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, hat einen lateinischen Kreuzgrundriss und nur ein Kirchen- und Querschiff. Sie ist mit einem Sparrendach und im Apsisteil mit einer verzierten Kuppel versehen.
An den Wänden sieht man beeindruckende Gemälde wie die Verkündigung aus dem 18. Jahrhundert, eine Holzkanzel, Holz- und Papierskulpturen der Madonna del Rosario, San Pio da Pietrelcina, San Giuseppe, San Francesco da Paola, San Domenico, San Pietro und einige wunderschöne Marmorthrone mit den Statuen des Schutzheiligen und der Madonna del Rosario.
Im prismenförmigen Uhrturm befinden sich imposanten Bronzeglocken, die vermutlich aus dem 17. Jh. stammen.
Die Kirche wurde in den letzten Jahren mehrfach restauriert, wobei künstlerische Verzierungen hinzukamen, die vor allem die ursprüngliche Innenansicht verändert haben.

 
Albidona
 
Das Flysch

Flysch bezeichnet in der Geologie eine sedimentäre Fazies, die durch eine Wechselfolge von Kalk- und Sandsteinen repräsentiert ist, welche durch das Wasser von einer sich im Erosionsprozess befindlichen Erhöhung in einer Geosynklinale abgelagert werden.
Über dreißig Wissenschaftler, Professoren und Universitätsstudenten haben seit 1962 über das Flysch von Albidona diskutiert, ohne jedoch zu einem übereinstimmenden Ergebnis zu kommen.
Während des Känozoikums entstand ein langes und tiefes Felssystem, das von Kalabrien bis Lukanien reicht. Die Bezugs- oder Durchgangspunkte dieser geologischen Schichtung sind der Sturzbach Torrente Satanasso di Villapiana, Plataci, Fiumara Saraceno, Canale Frangiardi, Serra del Manganile, S.Costantino Albanese, Latronico, Castelsaraceno und Monte Alpi der benachbarten Basilikata.
Die sichtbarsten Zeichen dieses sich durch das Gebiet von Albidona manchmal unter, manchmal über der Erdoberfläche durchziehenden Flysches sind die Konglomerate aus schwarzem Ton, Sandstein, Kalkstein und Mergel der umliegenden Flüsse und Kanäle sowie die Steilhänge und Schluchten, die sich von Recolla bis Serra di Manganile erstrecken, in das nahe Lukanien münden und bis zum wunderschönen Monte Alpi bei Latronico reichen.

 
Monte Mostarico

Monte Mostarico ist vor allem in puncto Landschaft und Panorama eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten von Albidona. Sein Gipfel bietet trotz seiner bescheidenen Höhe eine atemberaubende Aussicht auf den gesamten Golf von Corigliano und die Ebene von Sibari. Von hier aus reicht an klaren Tagen die Aussicht bis zu den Bergen der Sila und zum Pollino-Massiv mit Monte Sparviere, Monte Sellaro und Serra Dolcedorme.
Die Anhöhe ist sehr steil und lehmig, wird landwirtschaftlich wenig genutzt, dafür aber waldreich.

 
Gastronomie

Albidona ist berühmt für seine Brühwurst, die in die Liste der typischen kalabrischen Produkte aufgenommen wurde, und für eine Vielzahl von Wurstwaren wie Schinken, Soppressata, Capicollo, Schweinefleisch in Aspik, Schmalz und Speck, die alle von lokal gezüchteten Schweinen stammen.
Die typischen Gerichte variieren je nach Zeitraum und Anlass.
Während der Osterfeiertage gibt es die typischen Zöpfe namens cullure, die nghiusi aus Spinat oder Mangold oder hausgemachtem Ricotta-Käse oder die typische Ostersuppe aus Spargel, Eiern, Wurst sowie einen typischen Käse namens pallaccio und Schweinerippchen.
In der Weihnachtszeit hingegen sind gefüllte Pfannkuchen, cannaricoli und frascelle ein Muss.
Die Suppen variieren je nach Jahreszeit und werden mal mit Schale, Rüben und Wurst, gelbem Kürbis mit Krume und knuspriger Paprikaschote oder mit Eiern, Schmalz, schwarzen Oliven und Paprikaschote zubereitet.

 


 


Adresse Via Principe Umberto S.N.C
  87070 Albidona (CS)
Telefonnummer 098152001
Fax 0981502868
Webseite www.comune.albidona.cs.it

 

 

 



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