Cittanova (RC)

Die Ursprünge der Stadt des Stockfisches

Cittanova liegt am Fuße des Aspromonte in der Provinz Reggio Calabria. Die ursprüngliche Stadtstruktur Cittanovas stammt aus dem Jahr 1600. Die Ursprünge der Bewohner Cittanovas reichen jedoch sehr viel weiter zurück und haben unmittelbar mit jenen Menschen zu tun, die im Wesentlichen Bauern und Hirten, aber auch Händler und Angestellte waren und sowohl im „Kontor“, einer kleinen Streusiedlung dieser Gegend, an die noch eine gleichnamige Stadtstraße erinnert, als auch entlang jenes Streifens lebten, der sich zwischen dem Bezirk Catena und dem Bezirk Cerchieto erstreckt und durch la Torre verläuft.
 
Das Ganze war bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts unter dem Namen Casal Novo bekannt. Heute ist Cittanova als Stadt des Stockfisches bekannt. Der „stocco“ ist in Salz getrockneter Stockfisch, der als Grundlage für viele typische Gerichte der kalabrischen Küche dient.
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Der Stocco ist eine Stockfischkonserve, die die Grundlage vieler typischer Gerichte der kalabrischen Küche und insbesondere der Küche von Cittanova bildet.
 

Die Verarbeitung von Stockfisch erfolgt ausschließlich manuell und kleingewerblich und ist in fünf verschiedene Phasen unterteilt, die über fünf Tage hinweg durchgeführt werden.
Wasser ist für die Qualität des Endprodukts besonders wichtig. Das Wasser, das aus den zahlreichen Quellen des Aspromonte fließt, hat in der Tat eine besondere chemisch-physikalische Zusammensetzung, die reich ist an Oligomineralien, die zusammen die perfekte Reifung des „Stoccos“ während der Einlegephase und seinen hervorragenden Geschmack ergeben.
In Cittanova ist es Tradition, dass die Familien Stockfisch immer am Karfreitag und an Heiligabend verzehren, beinahe so als eigne sich dafür gar keine andere Speise. Einer weiteren lokalen Tradition zufolge eignet sich Stockfisch hervorragend als Geschenk. Tatsächlich nehmen viele Auswanderer, die vom Heimaturlaub zurückkehren, ihn sowohl als Mitbringsel als auch für den persönlichen Verzehr mit.
Die „Festa Nazionale dello Stocco“ findet Mitte August in Cittanova statt und zieht viele Besucher an, die von der Güte dieses Produkts und seinen vielfältigen gastronomischen Verwendungsmöglichkeiten fasziniert sind.

 
Cittanova
 
Die Villa Comunale

Ein wichtiges Nationaldenkmal von Cittanova ist die Villa Comunale. Der „Grüne Salon“ von Cittanova stellt ein greifbares und äußerst erfolgreiches Beispiel für die pflanzliche Harmonie der hier gedeihenden, botanisch und ökologisch sehr unterschiedlichen Arten dar. Die Villa ist in zwei Teile gegliedert: die eigentliche Villa, in deren Inneren sich die Büste von Carlo Ruggero, das Denkmal für den Literaten Alberto Cavaliere und eine den Gefallenen gewidmete Bronzestatue befinden; die Außengärten, die aus vier durch zwei kreuzförmig angelegte Wege getrennten Dreiecken bestehen, in deren Mitte ein großer Brunnen steht. Die Villa liegt in einer Gegend mit sehr tiefen Böden und relativ hoher Luftfeuchtigkeit; diese Boden- und Klimabedingungen ermöglichten eine üppige Vegetation aus den typischen Pflanzen des mediterranen Gürtels, wovon Steineichen, heimische Kiefern, Lorbeer- und Erdbeerbäume nur die typischsten Vertreter sind. In der Villa gibt es auch Pflanzen exotischen Ursprungs, wie die majestätischen Libanon-Zedern, Atlas-Zedern oder die in Italien einzigartigen kalifornischen Sequoias.
Einige Japanische Sagopalmfarne (Cycas Revoluta) verleihen der Villa einen stark wissenschaftlichen Charakter. Obwohl sie recht ähnlich wie Palmen aussehen, unterscheiden sie sich von diesen aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte doch recht deutlich, da sie aus der Jurazeit stammen und daher Vertreter dieser urzeitlichen Flora sind.
Der Planer der Villa verfolgte die Absicht, Besucher in einem typisch italienischen Renaissance-Garten samt Buchsbaumhecken zu empfangen, die elegant entlang vertikaler Linien gezogen werden. Die Villa ist zweifelsfrei ein ökologisches und naturalistisches „Unikat“ von großem Wert, ein botanischer Garten von außergewöhnlicher Schönheit und Seltenheit sowie die imposanteste grüne Lunge der Ebene von Gioia Tauro.

 
Cittanova
 
Die Kirchen

Die Mutterkirche
Die dem heiligen Hieronymus gewidmete Mutterkirche wurde einige Jahre nach dem Erdbeben von 1783 erbaut und weist eine Architektur des neunzehnten Jahrhunderts mit pseudobarocken Formen auf. Ursprünglich war sie einschiffig, später wurden zwei Seitenschiffe hinzugefügt und das Innere im neoklassizistischen Stil neu gestaltet. Zu den wichtigsten Werken gehören ein Holzkreuz von 1600, eine hölzerne Pietà von 1866 von Francesco Biangardi, zwei Statuen aus dem 18. Jahrhundert von Domenico De Lorenzo, die „Varett“ von Francesco und Vincenzo Biangardi und eine Statue der Jungfrau Maria von Michele Guerrisi.

 
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Heiligtum Maria Santissima Del Rosario
Die Grundsteinlegung erfolgte 1823 an derselben Stelle, an der sich eine kleine Kirche befand, die der Rosenkranzmadonna geweihten war aber durch das Erdbeben im Jahr 1783 zerstört wurde. Die Fassade ist dreiteilig, flankiert von zwei quadratischen Glockentürmen mit sechseckigen Turmhauben. An der Fassade wurde ein Kreuz des Meisters D. Greco di Serra San Bruno angebracht, während in der Nische zwischen den beiden Glockentürmen eine Statue der Madonna mit Kind aus weißem Marmor des Bildhauers Francesco Jerace steht. Im Inneren kann man die neoklassizistischen Stuckverzierungen der Morani und die Deckenfresken des Meisters Colloca bewundern; im Querschiff vier Fresken von Brunetto Aloi.

 
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Städtisches Museum für Naturgeschichte

Das 1996 eingeweihte Museum umfasst: die Abteilung für Petrographie und Mineralogie (Gesteinsproben aus Aspromonte und Sizilien sowie über 200 Mineralien verschiedener Herkunft); die zoologische Abteilung (unterteilt in Wirbeltiere mit etwa 1.500 Exponaten und wirbellose Tiere mit über 500 aktuellen wirbellosen Meerestieren exotischen und mediterranen Ursprungs); die paläontologische Abteilung (fossile Funde von wirbellosen Tieren und Pflanzen unterschiedlichen Alters und Ursprungs); die botanische Abteilung (die die Entwicklung der Pflanzenwelt veranschaulicht und das Gebiet und die Umwelt durch die Analyse der im Aspromonte-Nationalpark vorhandenen Flora untersucht); die mykologische Abteilung (die 200, in einem Handwerksbetrieb angefertigte Exponate von Myzeten in Harz vom Aspromonte und aus ganz Italien umfassen). Ein naturalistisches Diorama gibt die Besonderheiten der Fauna und Flora des Aspromonte-Nationalparks wieder.

 
Adelspaläste

Aus architektonischer Sicht gibt es in Cittanova einige Adelspaläste, die sich durch prunkvolle und gut verarbeitete Portale auszeichnen. Der Palazzo Palmisani-Gentile, der zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts erbaut wurde, bestand aus 17 Räumen und 3 Zugangstoren. Er wurde durch das Erdbeben von 1783 fast vollständig zerstört, mit Ausnahme des zentralen Teils, der zwar beschädigt aber wiederhergestellt wurde. Der Palazzo Adornato wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Er wurde durch das Erdbeben von 1783 teilweise zerstört, 1804 renoviert und als Kloster eingerichtet. Danach wurde er abwechselnd als Rathaus und als Amtsgericht genutzt. Der Palazzo Tarsitani wurde vor 1783 erbaut und durch das Erdbeben desselben Jahres zerstört. Er wurde 1800 wieder aufgebaut und bestand aus zwei Stockwerken mit einem zentralen Tor und zwei Türmen an den beiden oberen Enden des Gebäudes. Der Palazzo Scionti wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und beherbergte während des Zweiten Weltkriegs das Bataillonskommando „Lupi di Toscana„ des Artilleriekommandos. Ab der zweiten Hälfte des Jahres 1943 und während des gesamten Jahres 1945 waren Kriegsvertriebene im zweiten Stock untergebracht.

 


 


Adresse Palazzo Cannatà
  Viale Aldo Moro n.1
  89022 Cittanova (RC)
Telefonnummer 0966 656111
Fax 0966 656120
Webseite http://www.comune.cittanova.rc.it/
 

 

Die Altstadt von Cittanova beherbergt vornehme Gebäude und bemerkenswerte Kultstätte, die einen Besuch wert sind. Zu diesen gehört die Kirche des Rosarios, die von den Brüdern Morani di Polistena entworfen wurde. In der Kirche wird die Statue der Maria SS. des Rosarios, die zu den Werken des Skulpteurs Francesco Jerace gehört, aufbewahrt. Ebenso nennenswert ist die Mutterkirche, die im barocken Stil gebaut wurde, San Gerolamo geweiht ist und wo die Varette (Holzstatuen, welche das Mysterium des Kreuzweges darstellen und während der Prozession am Karfreitag ausgestellt werden) und eine Bronzeskulptur der Jungfrrau von Michele Guerrisi aufbewahrt werden. Die zahlreichen Granitfontänen, die in der ganzen Ortschaft verstreut sind, stellen eine willkommene Erfrischung während der Sommerhitze dar. Eine Vielzahl an Adelspalästen wurde im Laufe der Jahrhunderte durch die Gouverneure der Stadt errichtet. Das Aushängeschild der Stadt Cittanova ist der Stadtpark, der im 1880 gebildet wurde und sich aufgrund seiner seltenen Pflanzen, den kleinen Seen, Springbrunnen und Wegen auszeichnet.

In der Nähe des Stadtparks kann man das städtische Museum der Naturgeschichte besuchen.



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