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Orsomarso (CS)

Die wilde Natur der Bergkette Orsomarso

Orsomarso ist ein kleines Dorf, das vom kristallklaren Wasser des Flusses Argentino durchquert wird. Es liegt an den westlichen Ausläufern des kalabrischen Apennins im Nationalpark Pollino und nur wenige Kilometer von der tyrrhenischen Küste entfernt.
Das Dorf trägt den Namen der gleichnamigen Bergkette, deren höchster Gipfel der fast zweitausend Meter hohe Cozzo del Pellegrino ist.
 
Orsomarso liegt zwischen hohen Karstfelsen geschützt, ist von Wäldern der mediterranen Macchia umgeben und sicherlich einer der wildesten und faszinierendsten Winkel Kalabriens und ganz Süditaliens.
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Höhlen, Karstgelände, Erdrutsche und Einstürze folgen im ganzen Tal aufeinander und schaffen eine außergewöhnliche Umgebung, die gleichzeitig auch eines der wichtigsten Wildnisgebiete des Südens ist.
 

Das herrliche Tal des Flusses Argentino, in dem es liegt, wurde von der Europäischen Union als Stätte von gemeinschaftlichem Interesse anerkannt und ist heute ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen, außergewöhnlich schönen Karsthöhlen zwischen beeindruckenden Felsklippen, die sich mit dichter mediterraner Macchia abwechseln.
Die Gemeinde unterstützt zudem die Pflanzung von Bäumen bei der Geburt eines Kindes.
Die Ursprünge von Orsomarso gehen auf die romanische Epoche zurück, als es eine militärische Festung zum Schutz der römischen Siedlungen entlang des Tals des Flusses Lao war, das eine der wichtigsten Verkehrsadern zwischen dem Ionischen Meer und dem Tyrrhenischen Meer darstellte und von achäischen, etruskischen und griechischen Händlern und Seefahrern durchquert wurde, deren Handel sich auch auf die an die heutige Ortschaft Orsomarso angrenzenden Gebiete im Landesinneren ausdehnte. Ein Beweis hierfür ist die zerbrochene Säule hinter der Kirche SS. Salvatore mit ihrer ausgesprochen romanischen Prägung.
Die demografische Expansion erfolgte im Mittelalter mit der Ankunft der Basilianermönche aus dem Osten, als Orsomarso das Herz von Mercurion wurde, eines der wichtigsten Zentren des Mystizismus Süditaliens, wie die zahlreichen Überreste von kleinen Kirchen aus dieser Zeit belegen.

 
Orsomarso
 

Die bekannteste ist die Kirche Santa Maria di Mércuri, eine Felsenkirche in der Ortschaft Mercure. Sie weist ein einziges Kirchenschiff auf, das mit einer zentralen Apsis endet. Darin sind noch einige Fresken und eine Madonnenstatuette aus Mörtel und Stein zu sehen, in der die Merkmale der Madonna Odigitria und der Madonna Coronata miteinander verschmelzen.
Nach einer kurzen Bergwanderung erreicht man die Grotte Madonna di Lourdes, eine Naturhöhle, in der sich eine etwa 3 Meter hohe Steinstatue Unserer Lieben Frau von Lourdes befindet, die zum Gedenken an den hundertsten Jahrestag der Erscheinungen in Lourdes aufgestellt wurde.
Die auf den Ruinen einer mittelalterlichen Kapelle errichtete Kirche S. Giovanni Battista wurde im 18. Jh. komplett wieder neu aufgebaut. Im Inneren kann man einige Gemälde aus dem 17. und 18. Jh. sowie polychrome Marmoraltäre bewundern, in der Sakristei wird ein kostbares Pergament aus dem Jahre 1575 verwahrt.
Von großem historischem Interesse ist der Uhrturm, der auf der Burg erbaut wurde, wo um das zehnte Jahrhundert ein Kloster der Basilianermönche stand und heute ein atemberaubender Aussichtspunkt ist, von dem aus man die mitten im Nationalpark Pollino liegende Ortschaft bewundern kann.
Und zu guter Letzt die Grotte Arcangelo San Michele in Simara, in der der Einsiedler San Nilo da Rossano lebte und noch Reste byzantinischer Fresken zu sehen sind.

 
Orsomarso
 

Uhrturm

In der Zeit der Eparchie Mercurion überragte ein Kloster die Burg, wo heute der Uhrturm von Orsomarso steht. Das sich an den höchsten und imposantesten Felsen klammernde Kloster war einst eine langobardische Festung, doch die Ursprünge sind im Nebel der Zeit verloren gegangen. Die Hochburg beherbergte eine Gemeinschaft von italo-griechischen Mönchen, die das Zönobium namens Castello oder Castellano gründeten, um das sich der erste Wohnkern von Orsomarso entwickelte.
An den schmalen und steilen Treppen, die zur Spitze der Burg führen, gibt es eine solide Mauer aus Stein und Mörtel, die einst die Innenwand eines Klostersaals bildete. Weiter bergauf erblickt man einige einbogige Fenster, die aufgrund der Ähnlichkeit mit den Fenstern der Kirchen San Leonardo, Santa Maria di Mercuri und der Pfarrkirche San Giovanni Battista auf ein byzantinisches Architekturmodell hinweisen, das in den Sakralbauten des Territoriums sehr häufig anzutreffen ist. Von allen Orten des Mercurion ist dies derjenige, der den defensiven Aspekt am besten bewahrt hat und die Berufung zur Kontemplation erahnen lässt.

 
Orsomarso
 
Grotte Madonna di Lourdes

Die Statue der Madonna von Lourdes, die vom Bildhauer Plinio Frigo aus Vicenza aus einem besonderen Stein der iberischen Berge gefertigt wurde, wurde im Oktober 1958 von der Gemeindeverwaltung von Orsomarso in der Naturhöhle aufgestellt, um den hundertsten Jahrestag der Erscheinungen von Lourdes zu feiern. Für die Positionierung der etwa 3 Meter hohen und an die 15 Doppelzentner wiegenden Statue musste man auf den Bau einer 200 Meter langen Seilbahn zurückgreifen, mit der die Höhle mit Corso Vittorio Emanuele verbunden wurde.
Die Grotte Madonna di Lourdes ist eines der charakteristischsten Elemente von Orsomarso und wird jedes Jahr von Tausenden von Menschen besucht.

 
Orsomarso
 
Das Tal Argentino

Das Tal ist eine Stätte von gemeinschaftlichem Interesse und heute Teil des Nationalparks Pollino sowie eine der UNESCO-Welterbestätten mit dem Label Global Geopark Pollino. Das vom Fluss Argentino durchzogene, unberührte, pflanzen- und tierreiche Tal weist eindrucksvolle Schluchten und Felsvorsprünge auf und bezaubert mit spektakulären Erosionsformen entlang der Hänge, die authentische Morphoskulpturen bilden.
Höhlen, Karstgelände, Erdrutsche und Einstürze folgen im ganzen Tal aufeinander und schaffen eine außergewöhnliche Umgebung, die gleichzeitig eines der wichtigsten Wildnisgebiete des Südens ist.
Das Tal ist auch die Heimat der Loricato-Kiefer, das wahre Juwel des Parks, sowie des Apenninwolfs, Steinadlers, Fischotters, Dachses, Schwarzspechts, Wanderfalken, Uhus und Kolkraben.
Das Tal bildete den wichtigsten Abschnitt des Verkehrsweges, der die ionische Küste mit der tyrrhenischen Küste, hauptsächlich die Stadt Sibari mit Laos, verband. Hier wurden nicht nur für den Export bestimmte landwirtschaftliche Produkte wie Wein und Olivenöl befördert, sondern auch Metalle und Mineralien wie Salz.
Es gelang dem Tal, sich im Laufe der Jahrhunderte als Verkehrsweg für Menschenströme und Waren zu behaupten, und zwar bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als viele Einwanderer anreisten, um sich um den Transport von Holz zu kümmern, das aus diesen Gebirgswäldern stammte.
Das Tal bietet markierte Wanderwege sowie einen Garten der Botanik und mit Heilpflanzen, so dass sowohl viele anspruchsvolle Wanderungen als auch entspannende Spaziergänge durch die Natur möglich sind.

 
Orsomarso
 
Gastronomie

Nach der gastronomischen Tradition von Orsomarso werden am 13. Dezember einige typische Gerichte der Ortsgeschichte zubereitet.
Die gefüllten Pfannkuchen, die hier crespelle heißen, werden mit oder ohne Kartoffeln, mit gesalzenem Fisch und getrockneter Paprika oder einfach nur aus Teig zubereitet und mit neuem Wein serviert. Die Tradition sieht vor, dass man sie als Zeichen der Freundschaft in der Nachbarschaft verteilt. Überdies sollen sie Glück und Frieden bringen.
Die möglichst heißen und knusprigen Hefepfannkuchen brauchen lange, bevor sie richtig aufgehen. Aus diesem Grund wird ihre Zubereitung den älteren Köchinnen des Dorfes anvertraut, wahre Meisterinnen in puncto Erfahrung und Tradition.

 


 


Adresse Piazzetta Sant'Antonio
  87020 Orsomarso (CS
Telefonnummer +39 0985 24104
Fax +39 0985 24187
Webseite http://www.comune.orsomarso.cs.it/
 

 

Unter den Standorten die einen Besuch werd sind, befinden sich die Pfarrkirche, in der man die Fresken des siebzehnten Jahrhunderts von G. B. Colimadio und andere ältere monumentale Gemälde schätzen kann; die Kirche “del Salvatore” (des Erlösers), wo ein an Luca Giordano zugeschriebenes Gemälde gehütet wird; die Überreste der Abtei von Merkur aus dem zehnten Jahrhundert; die antiken Ruinen des Heiligtums, im Ort Timpone Simara; die Grotte der Madonna von Lourdes.



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