Montalto Uffugo (CS)

Die Stadt von Leoncavallo

Zu Römerzeiten hieß sie Aufugum, von der auch Titus Livius in seinen Historiae schreibt. Sie wurde 410 n. Chr. zunächst von den Westgoten unter Alarich zerstört, dann durch Überfälle der Sarazenen im 9. Jahrhundert. Die Stadt wurde am gleichen Ort unter dem Namen Mons Altis wiederaufgebaut und wurde eine wichtige normannische Militärgarnison mit einer Burg und mehreren Wachtürmen. Es waren die Normannen, die die Ankunft jüdischer und waldensischer Gruppen in Montalto förderten, und zwar zur gleichen Zeit, als die Christen einen der berühmtesten Sakralbauten Kalabriens, den Dom dell'Assunta mit seiner spektakulären Freitreppe, der runden Tuffsteinbalustrade und dem majestätischen Portal bauten.
 
Montalto Uffugo erstreckt sich über eine ausgedehnte Hügellandschaft, die im oberen Gebiet eine üppig wachsende Waldvegetation aufweist, welche sich sehr gut zum Wandern eignet. Interessant ist die Altstadt, deren alte Gebäude mit Sandsteinportalen und Balkonen aus Schmiedeeisen verziert sind.
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Die untrennbare Bindung zwischen Montalto Uffugo und Ruggero Leoncavallo. Eine Bindung, die auf den hier verbrachten Jahren, auf Nachforschungen, Erinnerungen und Orten basiert, die als Inspirationsquelle für seine größte Oper, I Pagliacci, dienten.
 

Der Stadtgrundriss des 15. Jahrhunderts ist organisch und die gesamte Altstadt besticht durch ihre hohe Anzahl an alten Gebäuden im spanischen Stil und mit wunderschön bearbeiteten Portalen verziert.
Die Kirchen erwecken großes künstlerisches und historisches Interesse, darunter der Dom, der als eines der besten Beispiele des Barocks in Kalabrien gilt und Santa Maria della Serra gewidmet ist, eine Bezeichnung, die sich scheinbar von der wertvollen und wundertätigen Madonnenstatue aus Holz (14.-15. Jh.) ableiten lässt.
Interessant ist die Kirche Annunziata, auch San Francesco di Paola genannt, mit dem Holzporträt des Heiligen und ihr Kloster aus dem 16. Jahrhundert, dessen Fassade ein wertvolles Portal aus Montalto-Stein aufweist.

 
Montalto Uffugo
 

Ebenfalls einen Besuch wert sind die Kirche San Domenico, die Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut und im 18. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde, die Kirche Capuccini oder Sant'Antonio aus dem 18. Jahrhundert und die schöne Kirche Carmine aus dem 17. Jahrhundert, die im Folgejahrhundert mehrmals umgeändert wurde.
In der Altstadt gibt es auch heute noch alte Gassen und Adelspaläste, wie Casa Castelli oder Palazzo der Ruffo, Herzöge von Montalto. Hier gilt es die Überreste einer jüdischen Werkstatt aus dem 15. Jh. zu bewundern, deren ursprüngliche Eingänge zugemauert wurden. Mitte des 15. Jahrhunderts hatte sich eine jüdische Gemeinde aus Spanien und Sizilien in Montalto niedergelassen und einen blühenden Seiden-, Samt- und Wollmarkt gegründet, der das Land in ein wichtiges Handelszentrum verwandelte.
Montalto ist in der Welt auch dank des großen neapolitanischen Musikers und Tenors Ruggero Leoncavallo bekannt, der sich von einem hier in der Nähe ereigneten Vorfalls inspirieren ließ und 1892 Pagliacci, sein berühmtestes Werk, komponierte.

 
Montalto Uffugo
 
Die Wallfahrtskirche Madonna della Serra

Der Dom, den man eher als Chiesa di S. Maria della Serra kennt, befindet sich auf einer Anhöhe, die von imposanten Mauern gestützt wird, und bezaubert mit seiner wunderschönen Freitreppe, runden Tuffsteinbalustrade und großen Terrasse.
Die Entscheidung, es außerhalb der Stadtmauern zu errichten, wurde aufgrund der häufigen Erdbeben getroffen, die die alte Kirche Assunta zerstörten, was zur Wahl des Monte Serrone führte.
Es ist eines der berühmtesten Sakralbauten Kalabriens.
Nach der Volkslegende verschwand plötzlich die Madonnenstatue aus der Kirche Santa Maria Maggiore, um dann dank eines unglaublichen Lichts, das von einem Hügel voller Hecken und Dornbüschen - einst Serrone, dann della Serra genannt - erstrahlte, wieder gefunden zu werden. So beschlossen die Bürger von Montalto, in genau diesem Gebiet ein neues Gotteshaus zu errichten.
Die Erbauer der spektakulären Freitreppe, der runden Tuffsteinbalustrade und des Portals erkannten, dass das Gebiet vor Erdbeben nicht sicher und die lokalen Baustoffe zerbrechlich waren.
So bauten sie drei Rundbogenportale und wandten sich folglich vom Barockstil ab.
Nach dem katastrophalen Erdbeben von 1854 wurde beschlossen, die Kirche zu restaurieren. Statt sie in Form eines griechischen Kreuzes wiederaufzubauen, entschied man sich für ein massives lateinisches Kreuz im klassizistischen Stil, das im Gegensatz zur Außenfassade steht.

 
Montalto Uffugo
 
Museum und Festival Ruggero Leoncavallo

Die untrennbare Bindung zwischen Montalto Uffugo und Ruggero Leoncavallo.
Die Beziehung, die die kalabrische Kleinstadt mit dem berühmten italienischen Komponisten verbindet, ist in der Tat sehr eng. Eine Bindung, die auf den hier verbrachten Jahren, auf Nachforschungen, Erinnerungen und Orten basiert, die als Inspirationsquelle für seine größte Oper Pagliacci dienten.
In dem ihm gewidmeten Museum sind Sammlungen von Partituren, Büchern, Briefen, Manuskripten, Andenken, Gemälden und vielem mehr zu sehen, die dem Maestro, der ab dem 5. Lebensjahr in Montalto lebte, gehörten oder auf ihn rückführbar sind. Auch das hier alljährlich stattfindende Musikfestival ist dem großen Musiker gewidmet.
Das Museum befindet sich im Rathaus und ist im Besitz der Gemeinde Montalto Uffugo, die es auch eingerichtet hat.
Am 11. Januar 1903 verlieh die Stadtverwaltung von Montalto Ruggero die Ehrenbürgerschaft, und seitdem wurde Montalto Uffugo offiziell zur Stadt Leoncavallo gekürt.
Jedes Festival ist stets erfolgsgekrönt und erntet einen Konsens, der zwischen Tradition und Innovation weiterhin an seinen Eckpfeilern festhält, wie dem Zauber der Oper, der Magie der Musik, dem Wert der Kunst und der Ewigkeit der Poesie.
Das Leoncavallo-Festival, die bedeutendste Kulturveranstaltung Kalabriens, ist eher ein Projekt als ein Programmkalender, das alljährlich das Event neu belebt, ohne dabei die historische Tradition dieses Ereignisses außer Acht zu lassen, das das Gebiet seit vielen Jahren kennzeichnet.

 
Montalto Uffugo
 
Events und Bräuche

Eines der wiederkehrenden, erwähnenswerten Events ist der Carnevale Saraceno, eine groteske Darstellung des Sieges der Einwohner von Montalto über die Sarazenen im Jahr 902, mit einem Umzug von gewaltigen Männern mit enormen Köpfen aus Pappmaché und nächtlichen Feiern auf der Piazza, auf der die mit Krummsäbeln ausgetragene Schlacht noch einmal auflebt. Der Carnevale Saraceno findet jedes Jahr immer wieder von Neuem statt, da die Masken nach der Darstellung verbrannt werden.
Das Serra-Fest wird am 12. Februar veranstaltet und möchte daran erinnern, dass das Gebiet 1854 vom Erdbeben verschont blieb. Gleichzeitig dazu gibt es eine große Messe mit allerlei handwerklich hergestellten Produkten.
Von großer kultureller Anziehungskraft ist das Festival Leoncavallo, ein Sommer-Musikfestival mit einem internationalen Opernwettbewerb, der dem berühmten Komponisten und Autor von I pagliacci gewidmet ist.

 


 


Adresse P.zza F. De Munno
  87046 Montalto Uffugo (CS)
Telefonnummer +39 0984 9294299
Fax +39 0984 932490
Webseite http://www.comune.montaltouffugo.cs.it
 

 

Der normannische Turm ist eines der Zeugnisse dafür, dass Montalto verschiedene Kulturen durchlaufen hat. In dieser Ortschaft bestehen Überreste eines Schlosses aus dem Zeitalter der Angios, Tore aus verschiedenen Epochen, viele bemerkenswerte Kirchen, darunter der majestätische Dom, der Anfang 13. Jahrhundert geweiht wurde, später umgebildet und ein schönes Beispiel des Barocks ist, das eine wertvolle, hölzerne Madonna mit dem Kind aus dem 14. bis 15. Jahrhundert bewahrt. Der Bau weist eine durch lokale Steinmetzen verschönerte Fassade auf. Montalto beherbergt auch die Kirche der SS. Annunziata aus dem 16. Jahrhundert, das eine Tafel in Originalgrösse besitzt, dass die Gesichtszüge von S. Francesco von Paola reproduziert.

Montalto Uffugo ist für die Kirche der Santa Maria della Serra sehr bekannt. Die imposante Konstruktion besitzt eine Fassade im barocken Stil und dominiert einen weiten Platz auf einem Erdwall, der durch breite Mauerwerke gestützt wird und im vorderen Bereich eine lange Freitreppe besitzt, die vor den drei Toren der Fassade aus dem 18. Jahrhundert, die durch Nicola Ricciullo, einer der vielen gewandten Steinmetzen der nahegelegenen Stadt Rogliano kreiert wurden, endet. Bemerkenswert ist die Kirche von San Francesco di Paola, mit angrenzendem Kloster, die zwischen dem 1510 und dem 1540 gebildet wurde. Auf der Fassade befindet sich ein schönes, dekoriertes Tor aus dem 1540, das durch lokale Steinmetzen erschaffen wurde und die ebenso das kleinere Tor gebaut haben. Zu erwähnen ist außerdem das prunkvolle Mausoleum von Girolamo und Anna Alimena, das durch bunte Marmore und Intarsien geschmückt ist und ein sizilianisches Werk aus dem 18. Jahrhundert darstellt. Beachtlich sind die Kirchen von Santa Chiara, die ein Seitentor im Stile „durazzesco“ aufweist und diejenige von San Domenico, am Rathausplatz, die ein Portal aus dem Barock aufweisen und innen mit Stucken dekoriert sind. In der Nähe findet man die Überreste eines normannischen Turmes, der zwischen den Mauern der Häuser eingeklemmt ist sowie eine herrliche Promenade.



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