Longobucco (CS)

Das Land des Silbers und der Briganten

Diese kleine Ortschaft mittelalterlichen Ursprungs liegt im Herzen der Sila Greca und ist bekannt für die Herstellung von Teppichen und Decken, die nach alten Techniken hergestellt werden.
Die Gemeinde Longobucco ist die drittgrößte Stadt Kalabriens und ein Großteil des Gebietes befindet sich im Nationalpark Sila.
 
Eine kleine Ortschaft, eingebettet in der zauberhaften Sila Greca und Sila Grande, zwischen Bergen, Flüssen und Seen, in denen unzählige Tier- und Pflanzenarten ihr Habitat haben.
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Das Bergbaugebiet um Longobucco ist mit dem einst blühenden Silberbergbau verbunden, der bis in die Zeit der Magna Grecia zurückreicht.
 

Einigen Gelehrten zufolge reichen die Wurzeln von Longobucco bis in die Zeit der Magna Grecia zurück und man setzt Longobucco gar mit der antiken Stadt Temesa oder Tempsa gleich, der antiken Stadt, die Homer in der Odyssee erwähnt; eine Annahme, die sich aus den Silberminen am Fluss Manna ableiten lässt.
Das Gebiet von Longobucco hatte unzählige Bergbaubrunnen, unter denen der von den Sybariten, Krotoniern und Römern geförderte und für die Prägung ihrer Münzen bearbeitete Silber-Galenit besonders bedeutsam ist. An der Ortschaft wurde die naturhistorische Bergwerkroute Le Via delle Miniere angelegt, auf der man die Silberminen bewundern kann, während einige Installationen die Gewinnung und Verarbeitung des Silber-Galenits veranschaulichen.

 
Longobucco
 

Typische Merkmale des historischen Ortskernes von Longobucco sind die gewundenen vinedde, enge Gassen, die sich in einem Wirrwarr kreuzen und überschneiden und oftmals von gafe versperrt werden, also Treppen, die zu den oberen Stockwerken führen, vor allem in den älteren Vierteln, dem wahren Herzen von Longobucco.
Der historische Ortskern von Longobucco ist voller Kuriositäten und architektonischer Bauwerke, wie der Stadtturm aus dem 11. Jahrhundert, der später zu einem Glockenturm wurde und von den Einheimischen als U Campanaru genannt wird, und die S. Maria Assunta geweihte Mutterkirche mit ihrer Sammlung an Werken und Gegenständen aus der Sakralkunst.
Auch andere Kirchen sind jedoch nennenswert, wie die Kirche S. Maria Maddalena, S. Maria delle Grazie und Addolorata.
Und es gibt interessante Adelspalazzi, deren Portale von der edlen Kunst der Steinbearbeitung zeugen. Wie Palazzo Citino und seine faszinierende Fassade mit den charakteristischen Masken, auf der Piazza Matteotti, einst Piazza Grande, auf die weitere prächtige Residenzen blicken. Vor Palazzo Graziani in der Via Portamarina, die einst die Hauptstraße war, von der aus man zum Tor mit Blick auf das Meer gelangte, befindet sich ein schönes Bogenportal aus dem 18. Jahrhundert, das einzige Zeugnis einer alten Villa.
Wer mehr über die Geschichte der lokalen Handwerkskunst erfahren möchte, sollte unbedingt das Webereimuseum besuchen, dessen unzählige Gegenstände die Geschichte der Weberei widerspiegeln.
Eine grundlegende Etappe für diejenigen, die die Besonderheiten von Longobucco in vollen Zügen genießen möchten, sind die Weinkeller, die den einst typischen Lebensstil eines kleinen Bergdorfes bewahren und in denen man angenehme Abende verbringen kann, begleitet vom Geschmackserlebnis von einst.
Sie sind wegen ihrer Atmosphäre sehr beliebt und bieten den Gästen nicht nur u sciannichiaddù, ein traditionelles Glas Wein, sondern auch die Gastfreundschaft, die die Einheimischen seit jeher auszeichnet.
Die bezaubernde Szenerie des Nationalparkes Sila lockt mit zahlreichen Wanderungen in den nahen, jahrhundertealten Wäldern der Fossiata, in den Ortschaften Palagoria, Quattro Frati, Gallopane, Corvo und Cerviolo an. Und natürlich gibt es auch Wanderwege, auf denen man die Bergwerke von einst entdecken kann. Besuchenswert ist auch der See Cecita, ein künstliches Wasserbecken im Herzen der Sila.

 
Die Mutterkirche

Unter den historischen und monumentalen Sehenswürdigkeiten von Longobucco sticht die Mutterkirche aus dem 12. Jh. hervor, die Santa Maria Assunta geweiht und seit 1960 eine Marienwallfahrtsstätte ist.
Optisch relevant ist die Fassade aus schwarzem Stein mit Verzierungen teils barock, teils romanisch, wie z.B. ein kleiner kauernder Löwe.
Das Innere ist im Barockstil des 18. Jahrhunderts geschmückt und weist einen imposanten Hochaltar aus polychromem Marmor im neapolitanischen Barockstil auf. Besonders wertvoll sind die aus dem 18. Jh. stammenden Werke aus Holz, die von den Schnitzern der Serra San Bruno geschaffen wurden: der Chor hinter dem Hochaltar, die Sakristei, der Wandschirm des Hauptportals, die majestätische Kanzel, die Beichtstühle und die Orgel.
Die Malkunst ist durch die Gemälde der Seitenaltäre und zwei große Fresken im Chor, Die Geburt Christi und Die Anbetung der heiligen drei Könige, vertreten. Sie stammen von Cristoforo Santanna, einem der größten kalabrischen Künstler des 18. Jahrhunderts, und wurden von Menschen aus Longobucco inspiriert.
Das Taufbecken ist das wichtigste Kunstwerk der Kirche, im romanisch-normannischen Stil und ein anonymes Werk von sicherlich einigen Meistern vor Ort, in Form eines Kelches mit darunter drei Löwen, die einen achteckigen Becher stützen.

 
Longobucco
 
Der Normannenturm

Der Glockenturm von Longobucco, von seinen Bewohnern U Pupulu eru Campanaru genannt, ist ein allein stehender, viereckig geformter Turm aus unverputzten quadratischen Tuffsteinblöcken. Sein Sockel besteht aus großen, mit Kalk zementierten Granitkieseln. Das etwa 32 Meter hohe Gebäude steht vor der Mutterkirche und sein Grundriss verläuft nicht in einer Achse zur Kirche, sondern konvergiert zu ihrer Fassade.
Was die historiografischen Daten betrifft, so gibt es in der Kunstliteratur einige Erwähnungen, die den Glockenturm von Longobucco mit dem viel berühmteren Dom von Melfi in Verbindung bringen, was zu der Annahme führt, dass dieser Glockenturm zu den ältesten der ganzen Region gehört.

 
Longobucco
 
Die Bergwerkroute

Das Gebiet von Longobucco hat schon immer die Aufmerksamkeit der italienischen und europäischen wissenschaftlichen Gemeinschaft wegen seiner besonderen geoökologischen Bedingungen auf sich gezogen. Hier fasste über mehrere Jahrhunderte hinweg eine hartnäckige Gemeinschaft Fuß und durchquerte eine über tausendjährige Geschichte. Das Bergbaugebiet um Longobucco ist mit dem einst hier blühenden Bergbau verbunden, der zur Einrichtung einer sehr interessanten naturhistorischen Route geführt hat, die Via delle Miniere.
Auf diesem Wanderweg, der mit Schautafeln ausgestattet ist, kann man die Silberminen bewundern und erfahren, wie Silber-Galenit gewonnen und verarbeitet wurde. Sogar der Abt Gioacchino da Fiore nutzte dieses kostbare Material und fertigte zwei Silberkelche nach eigenen Zeichnungen an.
Viele in Longobucco bearbeitete Silbergegenstände wurden Päpsten geschenkt und sind in verschiedenen Museen Neapels ausgestellt. Einige Gegenstände sind in der Mutterkirche der Ortschaft zu sehen.

 
Handwerksmuseum der Sila

Das Museum beschäftigt sich mit dem Handwerk und dem Bodenschutz der Sila. Es befindet sich im ehemaligen Konvent der Franziskanerminoriten und stellt einen konkreten Schritt zur Verbreitung des Wissens um das Gebiet Sila und seine Bevölkerung dar. 
Das Museum ist Teil des Projektes zur Neugestaltung des Territoriums des Nationalparkes Sila und seiner Förderung als Ziel des Kultur-, Natur- und Sporttourismus, unter besonderer Berücksichtigung des an Schutzgebieten interessierten Besuchersegments, um die Verbindung zwischen den kulturhistorischen, umweltökologischen und önogastronomischen Schätzen zu stärken.
Aus diesem Grund wurde es als „Ökomuseum“ konzipiert, d.h. als eine kulturelle Institution, deren wesentliche Bestandteile das Territorium, die Bevölkerung und das Erbe sind, worunter all das zu verstehen ist, was im Laufe der Zeit für die Gemeinschaft an Wert erlangt hat.

 
Die Webkunst

Longobucco ist eines der wenigen Gebiete Kalabriens, in dem die Stoffe noch auf alten Handwebstühlen angefertigt werden.
Die Webkunst von Longobucco ist seit der Antike für die Verarbeitung kostbarer Bettdecken und Wandteppiche bekannt und wird von Gelehrten und Besuchern sehr geschätzt, die hier die kostbaren Spuren der Pracht der lokalen Weberei entdecken und dabei Muster und Farben bewundern können, die eine einzigartige Form des Textilhandwerks nicht nur Kalabriens, sondern der gesamten italienischen Halbinsel auszeichnen.
Die Besonderheit des Stoffes, der an diesen typischen Webstühlen hergestellt wird, liegt in seiner Verarbeitung, denn das auf dem Stoff angefertigte Muster ist keine einfache Stickerei, sondern ein Teil desselben Stoffes.

 
Longobucco
 
Die Briganten

Die charakteristische Morphologie des Gebietes von Longobucco trug dazu bei, dass es zu einem idealen Ort für das Brigantentum wurde.
Vor und nach der Vereinigung Italiens war Longobucco Geburtsort zahlreicher Briganten, darunter einige der berüchtigtsten Briganten der ganzen Region, von denen man einige nie zu fassen bekam. Zu den berühmtesten Briganten des Ortes gehören Antonio Santoro, König Curemme genannt, und vor allem Domenico Strafaci, der Palma.
Von beiden werden erstaunliche Geschichten erzählt, die in die mündliche Überlieferung der Einheimischen eingingen und aus einer Zeit schwerer Hungersnöte der ärmeren Gesellschaftsschichten stammen, in der man eher nach Nahrung statt nach Reichtum suchte.
Domenico Strafaci, Palma genannt, tauchte 1860 unter, um nicht im Gefängnis zu landen, nachdem er einen reichen Herrn aus Rossano geohrfeigt hatte. Ab 1862 begann man von ihm als einem mutigen, furchtlosen, manchmal gewalttätigen Anführer zu sprechen, der aber auch als Verteidiger der Armen galt. Der Bergkönig wurde am Abend des 12. Juli 1869 von einem Freund, der auf das Kopfgeld aus war, hinterrücks ermordet.
Vor einigen Jahren wurde nach ihm eine Straße von Rossano Calabro benannt.

 
Gastronomie

Die traditionsreiche Wein- und Esskultur dieses Ortes bildet einen Teil seiner Kulturschätze und wird vor allem aus diesem Grund von den Einwohnern unverändert beibehalten.
Zu den typischen Gerichten, die man als sonntägliches Mittagsmahl bezeichnen könnte, gehören die ferriatti e grastatu, handgemachte Fusilli mit Hammelsoße. Während des Karnevals gibt es die vermiciaddi, lange und weiche Fadennudeln, die mit Schweinefleischsauce serviert werden, und finninula, eine spezielle Schweinswurst aus Fleischresten.
Ein weiteres typisches Gericht sind die belegten Pitte aus hausgemachtem Brot, wie A pitta cu ru maju mit Holunderblüten und i carriciaddi, Brotteig mit Öl, der geknetet, ausgerollt und in Streifen geschnitten und mit sardedda gewürzt wird.
Typische Süßspeisen sind fritti a bantu, gebratene Taralli mit Zuckerüberzug, die heiß einfach köstlich sind, und die chinulidde in Halbmondform und mit Marmelade, Rosinen und Walnüssen gefüllt.

 


 


Adresse Via G. Mazzini, 68
  87066 Longobucco (CS)
Telefonnummer +39 0983 72505
  +39 0983 72506
  +39 0983 72877
Webseite http://www.comunelongobucco.eu
 

 

Longobucco ist im Herzen der griechischen Sila situiert und besitzt ein beneidenswertes Panorama, das typisch für die Berggebiete ist.

Die Kirchen von Longobucco bewahren von der Mutterkirche bis zur S. Maria Maddalena, von der S. Domenico bis zur Angelo Custode, allesamt echte Kunstschätze. So zum Beispiel die wunderschöne Mutterkirche der Assunta, die sehr wahrscheinlich zur normannischen Zeit gebaut und Mitte des 18. Jahrhunderts, nachdem ein Erdbeben im Jahr 1743 den Bau fast komplett zerstört hatte, im barocken Stil rekonstruiert wurde. Aus einer besonderen Anfertigung besteht die Fassade aus schwarzem Stein mit teils barocken, teils romanischen Verzierungen. Die Innendekoration wird der Bauform des 18. Jahrhunderts gerecht. Die Kirche besitzt einen majestätischen Hochaltar aus buntem Marmor, der durch gewandte Steinmetzen aus Rogliano erschaffen wurde sowie ein Ziborium und ein Antependium aus dem Spätbarock (1789). Aus lokalem Stein besteht auch die imposante und elegante Balustrade des Hauptaltars. Besonders wertvoll sind die Kunstwerke aus Holz, allesamt aus dem 18. Jahrhundert, vom Chor bis hin zu den Schränken der Sakristei, von der Kanzel bis zur Orgel und dem Beichtstuhl. Kunstwerke, die durch die Holzschnitzer aus Serra San Bruno kreiert wurden.



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