Conflenti (CZ)

Die Wunder der Muttergottes von Visora

Die kleine Stadt Conflenti liegt auf einem Hügel, umgeben von einer eindrucksvollen und unberührten Natur, zwischen grünen Tannen, Kastanienbäumen und jahrhundertealten Eichen, am Fuße des Monte Reventino in der Provinz Catanzaro.
 
Die Lage des Dorfes, das zum Tyrrhenischen Meer hin abfällt, ist beneidenswert: Es ist nur wenige Kilometer vom Meer und den Hängen der Sila entfernt und kann über die wichtigsten Zufahrtsstraßen der Region leicht erreicht werden.
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Heute ist das Heiligtum der Madonna della Quercia von Visora mit seiner langen Geschichte und kultureller Bedeutung dafür verantwortlich, dass Conflenti auf der ganzen Welt bekannt ist.
 

Das bewohnte Zentrum ist vom südwestlichen Ausläufer der Sila-Hochebene umgeben, deren Hauptgipfel der bis zu 1417 m hohe Berg Reventino darstellt. Conflenti ist reich an Kunstschätzen sowie altehrwürdigen Traditionen der Landwirtschaft, des Handwerks und der Gastronomie. Sein Gebiet bietet den Besuchern ein umfangreiches und interessantes künstlerisches und landschaftliches Erbe, das das Ergebnis einer tausendjährigen Geschichte ist, die aus Tradition und einer unauflöslichen Verbindung zwischen Mensch und Natur besteht.

 
Conflenti
 

Die Legende besagt, dass der erste bewohnte Kern nach einer schweren Niederlage durch die Soldaten von Pyrrhus gegründet wurde, des berühmten Königs von Epirus, der im ersten Punischen Krieg gegen die Römer kämpfte. Die aufgrund ihrer Niederlage und der erlittenen Verwundungen verzweifelten Soldaten weinten gemeinsam, in lateinischer Sprache cum-flentes, wovon sich der Name des Dorfes ableitet, und zogen sich in die dichten Wälder zurück, die sich bis zum Fuß des Reventino erstreckten, und dort die Dörfer von Conflenti zu begründen.
Es gibt viele Orte, an denen man angenehme Stunden an der frischen Luft in einer wirklich herrlichen Natur verbringen kann, darunter la Querciola, der Ort, an dem die Madonna erschien und an dem ihr zu Ehren eine Kirche und ein großes Kreuz erbaut wurden, die von der ganzen Umgebung aus sichtbar sind; zudem la Spernuzzata, die dank ihrer Süßwasserquelle Sommerpicknicks das gewisse Etwas verleiht.

 
Conflenti
 

Conflenti hat eine große Tradition meisterlichen Handwerks, das Körbe, Fässer, Möbel, Seide, Schmiedeeisen, Stoffe, Stickereien, Wachs, Honig und Süßigkeiten hervorbringt. Sehr berühmt waren die Korb- und Fassbinder, die Kastanienholz bearbeiteten und formten. Geschickte Weber stellten mit ihren alten Webstühlen Gewebe aus Leinen, Baumwolle oder Ginster her. Heute gibt es noch einige Handwerker, die sich auf die Herstellung von Kastanienkörben spezialisiert haben und die dafür nötigen Holzplättchen geschickt in Form bringen, die zuvor eingeweicht werden, um daraus eine Art wolliges Vlies zu gewinnen, das zu Babybettchen, Tafarelle, Spurtuni oder Panari genannten Körben und zu Fächern verarbeitet werden.
Gleichzeitig widmen sich die Frauen der Herstellung handgemachter Stickereien, die sie nach wie vor auf der Grundlage einer langwierigen und Geduld erfordernden traditionellen Methode anfertigen.

 
Heiligtum der Madonna della Visora

In den Jahren der Pest wurde Conflenti zum Mittelpunkt einer ganzen Reihe beunruhigender Entwicklungen, die im ganzen Königreich Neapel und sogar im Vatikan für Schlagzeilen sorgten. Diese Vorfälle sind nicht nur mündlich überliefert, sondern auch durch ein wertvolles Manuskript aus jener Zeit bezeugt, das den Bericht enthält, den der Bischofskanzler Nicolangelo Baratta in den Jahren 1578-1579 im Auftrag des Bischofs von Martirano, Perbenedetti, erstellt hat, um deren Wahrheitsgehalt zu bezeugen, wofür er ein richtiggehendes Verfahren anordnete.
In diesem Bericht sind jene Zeugenaussagen enthalten, die der bischöfliche Kanzler Baratta über die Erscheinungen „einer edlen und von Tauben umgebenen Frau“ gesammelt hat. Für alle hat die Gottesmutter die gleiche Botschaft: die Bitte um die Errichtung eines Tempels in Visora. Die Grundsteinlegung des ersten Steins des Tempels fand am 9. März 1580 statt; die Arbeiten gingen mit unglaublicher Geschwindigkeit voran und das Gebäude wurde nach nur sieben Monaten fertig gestellt.
Anschließend wurde ein Bild der Muttergottes gemalt, das im neuen Tempel aufgestellt werden sollte. Am Morgen des 9. Juli 1581 begab sich der Maler Muzio Roblan, der für den Auftrag nach Conflenti gekommen war, zusammen mit einer Abordnung in die Kirche, um zu entscheiden, wie und wo das Bildnis vorbereitet werden sollte. Der Überlieferung gemäß fand man, sobald die Tür des Tempels geöffnet wurde, das bereits gemalte Bild am dazu bestimmten Platz angebracht vor. Es wirkte wie ein Wunder. Das Bild der Jungfrau Maria, eingehüllt in einen blauen Mantel, der vom Kopf bis zu den Schultern herabreicht, hebt sich vor einem goldenen Hintergrund ab. Die auf diesem Gemälde dargestellte Jungfrau, die als wundertätig gilt und von Engeln gemalt wurde, wurde als Beschützerin und Patronin der Einwohner von Conflenti erwählt, die sich verpflichteten, vor ihrem Altar Tag und Nacht eine Lampe brennen zu lassen.
Heute ist das Heiligtum der Madonna della Quercia von Visora der Grund dafür, dass Conflenti in der ganzen Welt bekannt ist. Die Innenräume sind faszinierend und das Gemälde des Wunders wird auf dem Altar aufbewahrt. Es gab mehrere wundersame Ereignisse, die die Madonna di Visura zu einem wichtigen Bezugspunkt für viele Kalabrier gemacht haben, die hierher kamen, um um Heilung zu bitten. Auch heute noch ist die Verehrung der Muttergottes von Visura groß, und das Heiligtum empfängt jedes Jahr alle Gläubigen, die nach Conflenti pilgern, besonders während der Feierlichkeiten am letzten Sonntag im August.

 
Conflenti
 
Felici&Conflenti

Felici&Conflenti ist ein Projekt, das sich auf die Erforschung und Vermittlung der Volkskultur Zentralkalabriens konzentriert. Es wurde von einer jungen Generation von Musikern, Tänzern und Forschern ins Leben gerufen, die die Musik und den Tanz der Region von traditionellen Musikern erlernt haben. Von dem Wunsch beseelt, die choreographische und musikalische Kultur des Reventino-Gebiets zu teilen und zu vermitteln, organisiert die Forschergruppe kulturelle Initiativen sowohl auf dem Territorium als auch im Ausland, die in der intensiven Workshop-Woche gipfeln, die während der Sommermonate in Conflenti stattfindet.
Gleichzeitig ist es eine Veranstaltung des verantwortungsvollen Kulturtourismus, der sich auf den direkten Kontakt mit dem Territorium und die Zusammenarbeit mit den Verbänden, sozialen Medien sowie mit den landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Trägern der Region stützt. Ein Projekt in ständiger Entwicklung, das auf der Geselligkeit als einem Moment der horizontalen Wissensvermittlung basiert, in dem die Mündlichkeit eine grundlegende Rolle spielt.
Jedes Jahr versammelt diese „Festa di Comunità“ zahlreiche Besucher aus ganz Europa, die nicht nur von der Musik dieser Orte, sondern auch von der Gastfreundschaft einer ganzen Gemeinschaft angezogen werden. „Felici & Conflenti“ ist kein richtiges Festival, es gibt weder Bühnen noch Konzerte: alle Teilnehmer spielen und tanzen (egal ob traditionelle Musiker oder Workshop-Mitglieder) auf den Straßen und Plätzen des Dorfes, bei Banketten und Festivals.

 
Nicotera
 
Gastronomie

In Conflenti widmen sich viele Familien der Herstellung typischer Süßigkeiten, die mit einheimischem Honig zubereitet werden. Diese Zubereitung folgt tausendjährigen Bräuchen und Traditionen, die bis zu den alten Griechen zurückreichen und so sehr in der lokalen Kultur verwurzelt sind, dass sie zu einem Erbe wurden, das die Conflenti-Bonbons zu einem auch außerhalb der Region bekannten und geschätzten Produkt gemacht hat.
Zu diesen Kostbarkeiten zählen die die Mostacciuoli, die besser bekannt sind als 'e mastazzola, typische Süßigkeiten aus Kalabrien und insbesondere aus Conflenti, die aus Mehl und Honig hergestellt werden. Typische war auch der Brauch, einen großen runden Ring zu backen, der den Ehering symbolisierte, der dem Bräutigam ins Haus gebracht wurde, um zu signalisieren, dass die Braut bereit war. Beim Empfang brach das Brautpaar das Mostacciolo in zwei Teile, und wer die größere Hälfte erhielt, galt als „Oberhaupt“ der Familie. Selbstverständlich machte die kluge Mutter des Bräutigams zuvor kleine Einschnitte, damit der zuvor eingeweihte Sohn die bevorzugte Seite wählen konnte.
In der Osterzeit verbreitet sich in Conflenti der Duft der Cuzzupa in der Luft, einer für diese Zeit typischen Süßspeise. Die Cuzzupa ist eine symbolische Süßspeise der Osterzeit, gerade weil die das Ende der Fastenzeit markiert. Das ganze Ei, das auf den Kuchen gelegt wird, steht für Wiedergeburt und Auferstehung.

 


 


Adresse via Marconi
  88040 Conflenti (CZ)
Telefonnummer 0968.64054
Fax 0968.64487
Webseite http://www.comune.conflenti.cz.it
 

 

Conflenti bewahrt eine antike, noch intakte Altstadt, die durch Steinhäuser charakterisiert ist, die aneinander lehnen und sich wie in einer Krippe entlang der Abhänge angliedern. Rundherum befindet sich eine wunderbare, unbefleckte Natur, die reich an Quellen und Wäldern ist, die in der Stille versunken sind. In der Altstadt sind antike Gässchen (die sogenannten Vinelle) vorhanden, die einst das Zentrum des sozialen und ökonomischen Lebens der Ortschaft darstellten und Zeugen einer Vergangenheit, die nun der Geschichte angehört, sind. Conflenti gebührt der Vorzug seiner wunderschönen und eleganten Tuffstore aus dem 18. Jahrhundert, die durch lokale Meister gemeißelt und geschnitzt wurden. Zahlreich sind die Kirchen und die geweihten Stätte, die den reichen Kunst- und Kulturschatz Conflentis ausmachen. Das Dorf versteckt auch andere Überraschungen wie die Wassermühlen und die antiken Pfade, entlang welchen man die alten Holzbrücken und die Bauernhäuser, die einst das Zentrum der Landwirtschaft darstellten, bewundern kann.

Zahlreich sind die Kirchen und Kultstätte, die den reichen kunsthistorischen Schatz von Conflenti ausmachen. In der Kirche von S. Andrea kann man die wertvolle Holzstatue des Herren und zwei hölzerne Tafelbilder aus dem 1600 bewundern, welche die Addolorata und Giovanni Evangelista darstellen. Die Kirche von S. Nicola aus Bari geht auf das 15. Jahrhundert zurück und weist drei Kirchenschiffe sowie Seitenkapellen auf. Der Bau wurde durch Erdbeben und Überschwemmungen beschädigt und ist für den Kult unzugänglich. Die Kirche der Madonna von Loreto ist durch ein interessantes Tuffsteintor charakterisiert. Dieses sieht einem Triumphbogen ähnlich und hat eine gebrochene Giebel, die an den Seiten durch ein Paar Akrotere definiert ist. Die Kirche der Immacolata stammt aus Mitte 17. Jahrhundert und bewahrt eine Holzstatue der Unbefleckten Empfängnis, während man vom zentralen Kirchenschiff, nach wie vor die Kanzel in ihrer Originalposition sehen kann. In der Kirche der Apparizione (Erscheinung) werden wunderschöne Gemälde des Malteservaters Nathanael Theuma aufbewahrt, der kürzlich auch die Restaurierung des Gebäudes betreut hat. In der Nähe der kleinen Kirche der Erscheinung, befindet sich das diözesan Refugium der S. Maria der Schönheit. Zurzeit wird das Kloster von S. Maria von S. Damiano gebaut, das die Klausurnonnen des Ordens der Armen Schwestern von S. Chiara beherbergen wird. Der Religionstourismus ist sehr interessant. Conflenti beherbergt nämlich die meistfrequentierten Kultstätte Kalabriens und ist für das Kloster Basilika Maria SS. delle Grazie della Quercia di Visora bekannt, das im 1580 in der Nähe einer Eiche bei welcher wiederholt die Madonna erschien, gebaut wurde. Es handelt sich um ein Gebäude mit einem Grundriss aus drei Kirchenschiffen, das im Laufe der Jahre verschiedene Umarbeitungen erlitten hat. Der Stil ist aus dem späten 19. Jahrhundert. Entlang der Begrenzungslinie des Baus, findet man ionische und korinthische Lisenen, die rhythmisch die Glasfenster der oberen Etage unterteilen. Sehr interessant ist auch der Laubengang, der durch ionische Säulen gestützt wird sowie der darüberliegende Balkon. Bemerkenswert ist auch das Gottesgemälde, das über dem Hauptaltar arrangiert wurde und in welchem die Jungfrau mit dem Kind abgebildet sind. Die Jungfrau dieses Gemäldes, das als wundertätig und durch die Engel gemalt betrachtet wird, ist die Schutzpatronin von Conflenti. An der Decke des zentralen Kirchenschiffes, kann man drei Bilder der Maler Zimatore und Grillo von Pizzo Calabro bewundern. Außerdem sind eine Marmorstatue, welche die Madonna auf dem Thron mit dem Kind aus dem 18. Jahrhundert und vier Leinwandgemälde des neapolitanischen Vaters Stefano Macario vorhanden. Außerhalb der Wallfahrtskirche kann man die hundertjährige Ulme betrachten, die zwar ausgetrocknet ist, aber zu den wahrhaftigen Denkmälern der Stadt Conflenti gehört.



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