Crotone (KR)

Die Seele der Magna Grecia in Pythagoras’ Stadt

Als Stadt des Meeres, der Geschichte, der Kultur und des guten Essens bie-tet Crotone ihren Besuchern ein riesiges kulturelles Erbe, das sich über zwei Jahrtausende erstreckt, von der Archäologie der Magna Grecia über die Be-festigungsanlagen der aragonesischen Dynastie bis hin zu einer mittelalter-lichen Altstadt, in der edle Adelshäuser und antike Kultstätten errichtet wur-den.
Die Stadt wurde im 8. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Siedlern aus Achaia gegründet, wurde in Anlehnung an die Ordnung und Tradition der hellenischen Institutionen eine Polis und stellte eines der wichtigsten Zen-tren der Magna Grecia dar.
 
Die Provinzhauptstadt Crotone blickt auf das Ionische Meer an der Mün-dung des Flusses Esaro und ist Teil des Meeresschutzgebietes Capo Rizzuto.
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Pythagoras’ Ankunft in Crotone markiert ein historisches Datum, denn seine berühmte philosophische Schule war die Quelle und der Ursprung der so-genannten italischen Philosophie.
 
Crotone
 

Es umfasst das Vorgebirge Capo Colonna, wo die einzige noch erhaltene Säule des antiken Tempels der Hera Lacinia steht. Sie gilt auch als die Stadt von Pythagoras - dank des großen griechischen Philosophen, der um 530 v. Chr. nach Kroton zog und hier eine Schule des Wissens, der Wissenschaft, der Mathematik und der Musik gründete.
Die verschiedenen Ausgrabungen der letzten Jahre brachten wichtige Zeugnisse der antiken Stadt ans Tageslicht, wobei viele Gegenstände heute im Archäologischen Museum zu sehen sind.

 
Die Altstadt

Die Stadt erhebt sich zwischen Seeterrassen, Schwemmlandebenen, Sandsteinwällen und Tafelbergen, vor einem von Lehm gewellten Meer.
In der Altstadt kann man wichtige Zeugnisse der glorreichen Vergangenheit dieser herrlichen Stadt bewundern. Viele der Palazzi, die man im alten Stadtteil bewundern kann, bleiben weiterhin von charakteristischer und beeindruckender Schönheit, auch wenn sie ab und an verfallen sind.
Die Altstadt mit ihren Adelspalästen und Kunstkirchen erstreckt sich landeinwärts und beginnt an der mächtigen Burg von Karl V., einer massiven spanischen Festung aus dem 16. Jh. mit logistischen und militärischen Funktionen. Von der Burg geht die große Ringmauer aus, die noch heute in mehreren Abschnitten deutlich zu erkennen ist, die Altstadt von Crotone umschließt und sie hinter ihren mächtigen Basteien schützt.
Zu den berühmtesten Orten gehört die Burg von Karl V. im alten Teil der Stadt und der Dom mit seinen wertvollen Schätzen.
Bei einem Spaziergang durch die Altstadt erblickt man alte Adelspaläste und historische Kirchen, wie die Kirche Immacolata, die 1554 erbaut und 1738 erweitert wurde.
Nicht weit von dieser Kirche befindet sich die Kirche Santa Chiara mit angrenzendem Kloster, die im Inneren einen wunderschönen Boden aus neapolitanischen Majolika aufweist. Zwischen den Kirchen Immacolata und Santa Chiara erhebt sich die kleine Kirche San Giuseppe, ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das mit barockem Stuck verziert ist.

 
Crotone
 
Das Gebiet

Das Gebiet von Crotone bietet sehr unterschiedliche Landschaften und reicht von äußerst wertvollen Seeräumen, die nur einen Steinwurf von den Bergen entfernt liegen, bis hin zu Naturoasen, die einem Paradies auf Erden gleichen.
Das Meeresgebiet von Capo Rizzuto ist mit einer Meeresfläche von etwa 15.000 Hektar das größte Italiens. Acht Vorgebirge definieren das Schutzgebiet, das erste davon ist Capo Colonna, eine wahre archäologische Stätte, Symbol der antiken Pracht der Magna Grecia. Hier steht die einzige Säule im dorischen Stil des berühmten Tempels, der der Göttin Hera Lacinia geweiht war. 
Eine weitere Etappe an der Küste ist Punta Le Castella, die letzte Bastion des Naturschutzgebietes, mit der byzantinischen Festung auf der Insel, auf der Ugurk-ali, Kommandant der kaiserlichen Flotte von Konstantinopel, geboren wurde. 
Das Territorium der Provinz umfasst auch geologisch und naturwissenschaftlich interessante Gebiete, z.B. der Park Montagnella mit dem Giglietto-Tal und dem Gipfel des Monte Pizzuta und der Nationalpark der Sila. Die Wälder der Sila sind von unschätzbarem Wert für Crotone und ganz Kalabrien. 
Im Gebiet der Sila Crotonese liegt Villaggio Palumbo, einer der geschichts- und folklorereichsten Orte der Region. Es bietet wunderbare Landschaften, vom Ampollino-See, der faszinierende Abenteuer an Bord eines Kanus oder eines Tretbootes bietet, bis hin zu einem endlosen Wald. Villaggio Principe hingegen liegt auf einer Höhe von 1479 m und ist von Pinien- und Buchenwäldern umgeben, die durch ein fabelhaftes Unterholz bereichert werden.

 
Pythagoras

Die Gestalt des Griechen Pythagoras ist von Legenden umwoben.
Er lebte im 6. Jahrhundert v. Chr. und war ein griechischer Philosoph, Mathematiker, Wundertäter, Astronom, Wissenschaftler und Politiker.
Er gilt als der historische Begründer der nach ihm benannten Schule, in der mathematische Kenntnisse und ihre Anwendungen, wie der bekannte Satz des Pythagoras, entwickelt wurden. Sein Denken beeinflusste die Entwicklung der westlichen Wissenschaft, denn er war der erste, der die wichtige Funktion der Mathematik bei der Beschreibung der Welt intuitiv erkannte.
Sein Umzug von Griechenland nach Crotone markiert ein historisches Datum, da seine berühmte philosophische Schule später als Quelle und Ursprung der sogenannten italischen Philosophie angesehen wurde.
Die Schüler des Pythagoras lebten in einer Gemeinschaft, die nach den Gesetzen ihres Lehrers organisiert und geregelt war, und studierten die Disziplinen des Quadriviums: Musik, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Die Pythagoräer waren die ersten, die eine höhere Schule gründeten, die den heutigen Universitäten sehr ähnlich war.

 
Capo Colonna

Das Vorgebirge Capo Colonna, weiter südlich von Crotone gelegen, ist mit seinem gleichnamigen Archäologischen Park, der sicherlich beeindruckendste von ganz Kalabrien, eine wahre Schatzgrube der Archäologie und Geschichte Kalabriens.
An seinem Eingang sieht man gleich das gleichnamige Museum, in dem die letzten Funde aus der angrenzenden Ausgrabungsstätte ausgestellt sind. Im Inneren des Archäologischen Parks befindet sich der Turm Capo Nao, ein breites und niedriges spanisches Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, in dem das namensgleiche Antiquarium untergebracht ist.
Das Vorgebirge Capo Colonna stellt nicht nur einen historischen Ort von großem künstlerischem und archäologischem Wert dar. Hier befindet sich auch die bezaubernde kleine Kirche, die dem lateinischen Ritus folgt und in der die Madonna di Capo Colonna verehrt wird. Jedes Jahr pilgern auf der größten religiösen Prozession Kalabriens Tausende von Gläubigen vom Dom von Crotone zur kleinen Kirche im Archäologischen Park.

 
Crotone
 
Die Burg von Crotone

Die Burg von Karl V., auch bekannt als Burg von Crotone, ist eine rudimentäre Festung, die 840 n. Chr. in Anlehnung an die stilistischen Linien der antiken griechischen Akropolis erbaut wurde, um das Gebiet der Stadt gegen Einfälle von Fremden zu verteidigen.
Wie ein Großteil der monumentalen Schätze Italiens wurde auch die Burg von Karl V. im Laufe der Jahrhunderte durch die verschiedenen Herrschaften, die in der Stadt aufeinanderfolgten, tiefgreifend verändert.
Heute befindet sich in der Burg von Crotone die Stadtbibliothek und das Stadtmuseum. Und es finden auch wichtige kulturelle Veranstaltungen statt. Der Eingang zur Burg von Crotone liegt an der heutigen Piazza Castello, dank einer teils gemauerten, teils hölzernen Zugbrücke. Das Hauptportal befand sich auf einer Terrasse in Form eines Pyramidenstumpfes, welche die Kurtinen zwischen den beiden Eingangstürmen und dem Graben davor beherrschte.
Vom Turm des Kommandanten, der heute perfekt erhalten ist und als Museumsbereich genutzt wird, erstreckt sich die große Südkurtine zum Meer hin und endet am mächtigen Bollwerk San Giacomo, das sich bis zum Meer hinunterzieht. Das Bollwerk war strategisch wichtig, weil es den Hafen von Crotone und die umliegende Marina bewachte und den Truppen Schutz bot.
Im Innern der Burg diente der Turm des Adjutanten, ähnlich dem des Kommandanten, als Offiziersheim. Heute gibt es hier beeindruckende Museumsräume, in denen Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Der Turm Marchesana mit einem runden Sockel und mit vier Kanonen bestückt, war ein ausgezeichneter Beobachtungsposten und diente auch als Gefängnis für die Zwangsarbeiter, die den Hafen bauen und die Burg reparieren mussten.

 
Crotone
 
Die Kirchen

In Crotone gibt es zahlreiche Kirchen und Sakralbauten, die einen sehr hohen religiösen Geist repräsentieren, der sehr tiefe Wurzeln hat.

Der erste Bau der Kathedrale ist wahrscheinlich auf das 9. Jahrhundert rückführbar. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrmals restauriert, auch wenn sie im 16. Jh. unter Verwendung von Materialien, die aus dem antiken Tempel der Hera Lacinia stammen, wieder vollständig aufgebaut wurde. Das Innere der Kirche ist dreischiffig und durch Pfeiler unterteilt. In der Kathedrale ist die Kapelle Madonna di Capo Colonna nennenswert, die die Ikone der Madonna di Capo Colonna enthält, wegen ihrer dunkel gemalten Hautfarbe auch „Schwarze Madonna“ genannt. Die Kapelle ist mit Stuck und Fresken reich verziert, die von der Entdeckung des Heiligen Bildes und den wundersamen Ereignissen erzählen, die die Fürsprache der Schwarzen Madonna bewirkten. Bemerkenswert ist auch der Taufstein in der Cappella Epifania aus dem 13. Jahrhundert.

 
Crotone
 

Die Kirche Santissimo Salvatore ist eine der historischen Kirchen von Crotone. Im Jahre 1783 wurde sie durch das Erdbeben beschädigt, von Grund auf neu aufgebaut und auf ihre heutige Größe gebracht. Vor diesem Datum wies die Krönung der Fassade das charakteristische wellenförmige Muster auf, das auch in anderen Kirchen aus der Zeit des Vizekönigreichs zu finden ist. 

Die Kirche Immacolata geht auf das Jahr 1554 zurück, als sie aus einem bescheidenen kleinen Gotteshaus mit einer darunter liegenden Krypta bestand. Eine neue, elegante Kirche wurde 1758 erbaut und später erweitert und geweiht.
Bemerkenswert ist die Krypta, zu der man durch eine Holztür aus dem 17. Jh. gelangt, die aus zwei Bögen besteht, welche in die heutige Kapelle führen, mit Kranzgesimsen aus lokalem Tuffstein und einem Fußboden aus rot bemalter Terrakotta. Der Raum setzt sich aus einer Tür und Platten aus Glas und Eisen zusammen, die auf drei Stufen liegend die 490 Schädel der Mönche der Bruderschaft umschließen. Im oberen Bereich befindet sich auf der rechten Seite eine Holzskulptur, die den gekreuzigten Christus darstellt, eines der ganz wenigen Kreuze in der Welt, an dem Christus kurz vor seinem Tod mit offenen Augen dargestellt wird.

Die Kirche Santa Maria in Prothospatariis, die auf das 15. Jh. zurückgeht, ist eine der ältesten in Crotone.
Die einschiffige Kirche hat eine längliche Form und eine halbkreisförmige Apsis. Die Hauptfassade weist ein Portal aus Tuffstein auf, mit darüber einem durchgehenden, mit Blumenmotiven verzierten Gebälk, das von seitlichen Konsolen gestützt wird. Darüber befindet sich eine bunt verglaste Rosette.

Die Kirche Santa Chiara gehört zur gleichnamigen Klosteranlage, die auf das Ende des 14. Jahrhunderts zurückgeht, während der gegenwärtige Bau im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts verändert wurde.
Die barocke Kirche wurde 1774 geweiht, wie auf einer am Eingang angebrachten Marmortafel zu lesen ist. Die vielen Adelswappen auf den dem Kloster gewidmeten Gaben zeugen davon, dass hier die Töchter der Adelsfamilien von Crotone lebten. Die Kirche Santa Chiara ist das Juwel der Altstadt, vor allem wegen ihrer Schätze, die sie in ihrem Innern verwahrt, darunter ein Schrank mit einer Pfeifenorgel, die 1753 von Tommasio De Martino, dem Orgelbauer der Königlichen Kapelle von Neapel, gebaut wurde, und die hölzernen Jalousien des Chors, die die in Klausur lebenden Klarissen von der Außenwelt trennten.

Der zentrale Baukörper der Kirche San Giuseppe stammt wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert, die Familienkapellen wurden 1719 hinzugefügt. Sie wurde 1744 nach einem heftigen Erdbeben restauriert und 1756 geweiht. Es wird vermutet, dass ihr Bau von einigen Adelsfamilien aus Crotone in Auftrag gegeben wurde, die der Bruderschaft der Sieben Schmerzen der Jungfrau Maria oder der Schmerzensmutter angehörten und sie dann der Stadt übergaben. Ihr Innenraum besteht aus einem Mittelschiff mit 4 Kapellen an den Seiten, die von einigen Adelsfamilien erbaut wurden. Die Fassade ist mit einem schönen spätbarocken Sandsteinportal geschmückt.

 
Archäologisches Nationalmuseum

Das Museum wurde 1968 gegründet und befindet sich in der Via Risorgimento, im Herzen der Altstadt. Das zweistöckige Gebäude enthält die bedeutendsten Funde aus den archäologischen Ausgrabungsstätten des gesamten Gebietes von Crotone. Besonders kostbare archäologische Funde stammen aus dem Heiligtum Hera Lacinia in Capo Colonna.
Im Erdgeschoss sind in der Sektion Urgeschichte neben landwirtschaftlichen Geräten steinerne Waffen und Äxte zu sehen. Die Eisenzeit ist gut dokumentiert, mit reichen Grabbeigaben und Artefakten aus der Provinz Crotone und der griechischen Produktion von Gefäßen, mit kostbar ausgeführten, wunderschönen Vasen und Amphoren, die nach Herkunft unterteilt sind.
Im ersten Stock befindet sich die interessante Sektion „Schätze der Hera Lacinia“, ein Votivraum mit Gegenständen von höchstem künstlerischem Wert aus dem Archäologischen Park Capo Colonna. Zu diesen großartigen Schätzen gehören Meisterwerke wie die geflügelte Sphinx, die Gorgone, das nuragische Boot. Besonders sehenswert ist das prächtige Golddiadem, auch als „Krone der Hera“ bekannt. Das Band ist aus Goldfolie und weist auf der Innenseite eine Flechtverzierung auf, die Außenseite dagegen zeigt ein Kranz aus Blättern und Beeren mit ineinander verflochtenen Fäden.
Weitere Museumssektionen dokumentieren die Heiligtümer der Gegend, darunter das Heiligtum Apollo Aleo in Krimisa, den dorischen Tempel von Kaulonia und eine Kultstätte in Punta Stilo.

Kürzlich wurden die Museumsschätze um einen Askos bereichert, ein Salbgefäß aus Bronze aus dem 5. Jh., auf dem eine Meeresjungfrau mit Vogelkörper und Frauenkopf dargestellt ist. Es ist ein sehr wertvoller Fund aus einer illegalen Ausgrabungsstätte in Strongoli, der 1992 im Paul Getty Museum in Malibu, Kalifornien auftauchte.
 
Crotone
 
Archäologisches Museum Capo Colonna

Das 2002 eingeweihte einstöckige Museum befindet sich im gleichnamigen Park.
Der Bau ist in drei Ausstellungspavillons untergliedert: die Erde mit Funden aus der Zeit der römischen Herrschaft; das Heilige mit Zeugnissen aus dem Heiligtum, und das Meer, in dem Unterwasserfunde zu sehen sind.
Zu den wertvollsten Funden des Museums gehören ein korinthischer Bronzehelm aus dem 5. Jahrhundert, ein steinerner Ankerstock, auf dem eine Widmung von Phayllos, einem der berühmtesten Athleten von Crotone, an Zeus Meilichios eingraviert ist, und eine kleine Marmorskulptur, die Amor und Psyche darstellt und in den Gewässern vor der Küste von Crotone gefunden wurde. Das Gebäude ist überdies vom Garten der Hera umgeben, der unter anderem mit seinen Birnen-, Apfel-, Lilien-, Myrten- und Granatapfelbäumen besticht.

 
Archäologischer Park Capo Colonna

Der Park befindet sich auf dem Vorgebirge Capo Colonna, nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt. Das Areal umfasst dreißig Hektar Land, das als Ausgrabungsstätte dient, und zwanzig Hektar Wald und mediterrane Macchia. In Capo Colonna befand sich eine der wichtigsten Heiligenstätten des gesamten Mittelmeerbeckens: das Heiligtum der Hera Lacinia, Ehefrau und Schwester des Zeus, Beschützerin der Weiden, der Frauen, der weiblichen Fruchtbarkeit, der Familie und der Ehe.
Die Funde des Ausgrabungsgebietes werden zum Teil im Archäologischen Nationalmuseum von Crotone verwahrt. Besonders hervorzuheben sind die Funde aus dem archaischen Zeitalter und der kostbare Schatz der Hera Lacinia. Aus dem berühmten Heiligtum stammen die ausgestellten Votivgegenstände, Fragmente von architektonischen Dekorationen aus Marmor und gebranntem Ton sowie Teilstücke von Skulpturen, die alle aus der archaischen Zeit stammen; der Cippus, dessen Inschrift an die Zugehörigkeit des Heiligtums zu Hera Eleytheria erinnert; die Skulpturengruppe Eros und Psyche aus römischer Zeit, die im Meer in Capo Colonna gefunden wurde. 
Im neuen Museum von Capo Colonna, gleich am Eingang des Archäologischen Parks, befinden sich Exponate, die in diesem Gebiet gefunden wurden.

 

 
Stadtmuseum

Das Museum befindet sich derzeit in den Räumen der Kaserne Sottocampana und des Turms des Kommandanten der Burg, wobei letzterer nur für Wanderausstellungen genutzt wird.
Im ersten der drei Ausstellungsräume sind hauptsächlich Keramikfragmente von Bodenfliesen und Geschirr in südländischer Ausführung zu sehen, die bei Ausgrabungen in der Altstadt und im Gebiet von Crotone ans Tageslicht kamen. Zu den Exponaten zählen zudem eine beträchtliche Anzahl von Tonpfeifen, die man in der Burg fand, und zwei Zierelemente eines Portals, die aus einem alten Weiler zwischen Cutro und Papanice stammen und auf das 14. Jh. rückführbar sind.
Im zweiten Saal ist die numismatische Dokumentation ausgestellt, in der eine bulla, ein kleines rundliches Objekt, das im Allgemeinen ein Amulett enthielt, welches an einer Halskette als Anhänger getragen werden konnte, hervorsticht. Und es sind auch Jagddolche und einige Schwerter lokaler Herstellung aus der Zeit zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen. Die Keramik von Gerace, Seminara und Squillace ist gut vertreten. Es ist vor allem die Keramik von Seminara, die mit ihrer Fülle an Farben und Plastizität, mit der beschwörenden Funktion ihrer Figurationen, besticht.
Im dritten Raum sind eine Kanone und drei Feldschlangen zu sehen, die in den Gewässern vor der Küste von Crotone gefunden wurden.  An den Wänden sind die Wappen einiger Adelsfamilien von Crotone angeordnet, darunter das Wappen der Familie Ruffo.

 
Die Strände

Das Vorgebirge Capo Colonna weist einige der schönsten Strände von Crotone auf, z.B. Punta Scifo mit seinem hochfeinen roten Sand und dem seichten sandigen Grund, und der ausgedehnte Strand Campione, der in der großartigen Landschaft des Meeresschutzgebietes von Capo Rizzuto eingebettet ist.
Auch der wunderschöne, wenig besuchte Sandstrand Irto liegt außerhalb der Stadt, kurz vor dem Vorgebirge Capo Colonna. Am beliebtesten sind natürlich die Strände der Stadt, die von der Mole des Porto Vecchio in Richtung Süden entlang der Strandpromenade verlaufen.
Im Norden der Stadt erstrecken sich stattdessen die Strände Gabella, die sich durch ausgedehnte Sandflächen aus weißen Sandkörnern und sandige Untiefen auszeichnen. In diesem Küstengebiet wehen oftmals der Nordost- und Nordwind, weshalb es besonders bei Kitesurfern sehr beliebt ist.

 
Crotone
 
Aktivitäten im Freien

Zu den beliebtesten naturwissenschaftlichen und kunsthistorischen Routen zählt die ehemalige Eisenbahnlinie Cutro-Crotone-Papanice mit ihren noch intakt gebliebenen Tunneln und einer Fauna, die im Frühling Heimat vieler Reiher und Wasserhühner ist. Bei einem Spaziergang durch den Wald erblickt man unberührte Quellen und die berühmten Granitfelsen des Fosso Iannace.
Die Wandertouren im Nationalpark sind für Fotofans und Liebhaber von Birdwatching und Biowatching ein wahres Muss.
Und mit River Trekking kann man Sport in engem Kontakt zu wilden und unberührten Naturlandschaften erleben. Die Ausflüge folgen dem Bett der Wildbäche, natürlich in entgegengesetzter Richtung zur Strömung. In einigen Fällen, wie z.B. in den niedrigen Schluchten von Tacina, Migliarite und Senapite, sind es äußerst anspruchsvolle Touren, die nur für erfahrene und trainierte Trekkingfans geeignet sind.
Wer das Meer liebt, kann auf den Unterwasserpfaden die Flora und Fauna des Naturschutzgebietes der Insel Capo Rizzuto und die exklusiven Meerestiefen des Küstenabschnittes entdecken, der sich von Cirò Marina bis Capo Piccolo erstreckt.

 
Gastronomie

In Crotone hat man die Gelegenheit, in den Genuss einer großen Vielfalt an typischen Produkten zu kommen: Butirro ist ein kleiner Caciocavallo-Käse, der ein Herz aus Butter enthält, und der berühmte Hartkäse Pecorino crotonese, der ausschließlich mit der Milch von Schafen der Rasse Gentile hergestellt wird. Typische erste Gänge sind cavateddri oder maccarruni, hausgemachte Pasta, die mit Schweinefleischsauce serviert wird, und die Fischsuppe, die man einfach probiert haben muss.
Unter den Desserts gibt es die pitta da Madonna und die sanguinazzu.
Das bekannteste Produkt der Provinz Crotone ist sicherlich Cirò, der berühmteste DOC-Wein (g.U.) Kalabriens, der in Cirò, Cirò Marina, Melissa und Crucoli als Rot-, Rosé- und Weißwein hergestellt wird.

 

 



 


Adresse Piazza della Resistenza, 1
  88900 CROTONE (KR)
Telefonnummer +39 0962 921111
Fax +39 0962 921360
Webseite Comune di Crotone
 

 

Die Strandpromenade von Crotone, in der Via Cristoforo Colombo und im Viale Gramsci, wurde vor kurzem renoviert und vergrößert. Die Promenade beherbergt Bars, Restaurants und Treffpunkte. Direkt dahinter befinden sich die bunten Badeanstalten, welche di Küste beleben und der Schiffsverband, der sich in der Piazza Rino Gaetano befindet. Rino Gaetano war ein berühmter Sänger, der hier im Stadtviertel Marina, an der Kreuzung zwischen der Strandpromenade und dem kleinen Jachthafen, geboren ist.

Der Besuch Crotones beginnt am Platz Pythagoras, dem Knotenpunkt zwischen dem modernen Teil und der Altstadt, die teilweise vom antiken Mauerring umgeben ist und durch eine Vielzahl von Gassen charakterisiert ist. Wenn man entlang der Via Vittoria geht, erreicht man den Dom, wessen Anlage auf das zwölfte Jahrhundert zurückgeht. Das Gebäude wurde gänzlich im 16. Jahrhundert, mit dem Material des Tempels von Hera Lacinia, wiedergebaut. Der Bau, der im 17. und 18. Jahrhundert restauriert wurde, weist eine Fassade mit klassischen Linien auf. Das Innere, das mit drei Kirchenschiffen ausgerüstet ist, bewahrt Originalelemente und prachtvolle Dekorationen aus dem 19. Jahrhundert. Neben dem Dom ragt der Bischofspalast aus dem 16. Jahrhundert empor. Wenn man sich nach links in Richtung Corso Vittorio Emanuele begibt, erreicht man das alte Rathaus mit einem kleinen Turm und einer Uhr. Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert, durch den Umbau eines alten Klosters aus dem 17. Jahrhundert, realisiert. In etwas erhöhter Position ragt die Kirche der Immacolata empor, die im 18. Jahrhundert auf einem Tempel des 15. Jahrhunderts gebaut wurde. In seinem Inneren kann man reiche Stuckarbeiten aus dem Barock, einige Gemälde aus dem 19. Jahrhundert und ein bemerkenswertes Holzkruzifix der neapolitanischen Schule aus dem 18. Jahrhundert bewundern. Das Schloss, dessen Bau vom Vizekönig Pietro von Toledo im 1541 angeordnet wurde, ist ebenso einen Besuch wert und gehörte zum Verteidigungssystem der damaligen Stadt. Es handelt sich hierbei um ein Gebäude mit einer vieleckigen Basis mit einem Wallgraben und zylinderförmigen Ecktürmen. Zurzeit beherbergt das Schloss die Stadtbibliothek und das städtische Museum. Auf dem Platz des Schlosses befinden sich zwei wichtige Gebäude: Palazzo Morelli, das im 1885 gebaut wurde und das Palazzo Barracco aus dem 18. Jahrhundert, gegenüber welchem sich der Stadtpark erstreckt, der in den 40er- Jahren des 20. Jahrhunderts auf dem Außenwerk des Mauerrings errichtet wurde. Zu den Adelspalästen direkt hinter dem Mauerring, der teils noch vorhanden ist, zählen das Gebäude Olivieri Susanna (1526) im Vico Montalcini, das Palazzo Sculco in Via Ducarne mit bogenförmigen Balkonen, das Palazzo Barracco, das sich in der Piazza Castello befindet und heute Sitz von Confcommercio ist, das Palazzo Berlingiere im neoklassischen Stil in Piazza Umberto I aus dem 1880, das Palazzo Albani, das sich auf dem gleichbenannten Eugenio-Albani-Platz befindet (Eugenio Albani war während vielen Jahren Bürgermeister der Stadt), das Palazzo Giunti in Via Fosso und das Palazzo Maijda in der Via Suriano. Die zwei noch vorhandenen Bollwerke der Altstadt, Toledo und Pedro, sind in der Piazza Mercato und am Abhang der Via San Leonardo gut sichtbar. Der Besuch kann mit der Entdeckung eines der antiksten und suggestivsten Quartiere der Altstadt weitergehen, die sogenannte Pescheria, die durch Gassen, wichtige Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert und Überresten von geweihten Stätten charakterisiert ist. Vom Hauptort führt die Straße in Richtung Süden nach Capo Colonna, zur berühmten von den rund 43, einzig hinterbliebene Säule, die einst den Tempel der Hera Lacinia stützten. Rund um die Säule kamen Reste des Tempels ans Licht, während nur wenig von der Säule entfernt, ein imposanter Verteidigungsturm aus dem 16. Jahrhundert empor ragt und wo man das kleine und suggestive Heiligtum der Maria SS. von Capo Colonna bewundern kann.

Das aktuelle Gebäude, das den Dom von Crotone beherbergt, wurde im 17. Jahrhundert komplett, auf einer Anlage aus dem zehnten Jahrhundert, wiedergebaut. Für die Rekonstruktion wurden Materialien aus dem Tempel von Hera Lacinia gebraucht. Zu den wertvollsten Werken, die innerhalb des Doms aufbewahrt werden zählen: das Taufbecken, das mit zoomorphen Motiven an der Basis geschmückt ist und auf das 19. Jahrhundert zurückgeht und eine Tafel mit der Abbildung der Madonna con Bambino, auch als Madonna di Capocolonna bekannt, welche die byzantinische Kultur wiederspiegelt. Bemerkenswert sind auch der Chor aus Holz aus dem 1678, das Gemälde des Nicola Lappicola aus Crotone, das Ritorno di Gesù dal Tempio (die Rückkehr von Jesus aus dem Tempel) heisst und aus dem 19. Jahrhundert stammt und die lokale Kanzel aus dem 20. Jahrhundert.

Der Hafen von Crotone besteht aus zwei unterschiedlichen Becken, die nicht miteinander verbunden sind. Das kleinere ist in der östlich/süd-östlichen Zone der Stadt situiert, ist das ältere und heißt Porto Vecchio, während der Haupthafen sich in der nördlichen Zone der Stadt befindet und Porto Nuovo heißt. Der Porto Vecchio empfängt aufgrund der knappen Wassertiefe (ungefähr fünf Meter) und dem mühsamen Eingang überwiegend Sport- und Fischerboote der lokalen Marine. Im Rahmen des Hafens ist außerdem eine Schiffswert, zur Konstruktion von kleinen Holzeinheiten und zur Reparatur und Wartung der Sportboote, in Betrieb. Der Porto Vecchio in der OSO Zone der Stadt wird durch ein breites Felsenriff, das innerlich mit einem Kai versehen ist, geschützt. Alle Kais sind mit Poller und Ankerplätzen versehen. Der Porto Nuovo (mit Wassertiefen von sechs bis zwölf Metern) weist eine, von allen Winden gut geschützten, Einfahrt und ist für den Handelsverkehr vorgesehen. Die Hafendienste des Lotsen, Abschleppen und der Verankerung wird versichert. Auf offenem Meer befinden sich Plattformen für die Produktion der Kohlenwasserstoffe, die untereinander und mit der Küste durch Unterwasserleitungen verbunden sind. Der Verkehr, der den Hafen angeht besteht zu 35% aus der internationalen Schifffahrt und zu 65% zur Küstenschifffahrt. Der Warenumschlag des Hafens betrifft sowohl die industriellen wie auch kommerziellen Produkte. Die Hauptaktivität ist jedenfalls an den Getreidehandel gebunden. Im Laufe der letzten Jahre, hat eine Abnahme der ableitenden Waren stattgefunden: dies ist auf die Einstellung einiger wichtigen Produktionsanlagen des nahen Industrieraums zurückzuführen. Der Zugang zum Hafen findet von der SS 106 Jonica, von der SS 107, die im Norden situiert ist und von der Stadt erreichbar ist, statt und ist hauptsächlich für den Handelsverkehr und nach Erlaubnis der Meeresobrigkeit auch für Sportboote bestimmt.

Das heutige archäologische Nationalmuseum von Crotone wurde im 1968 gestiftet und sammelt die Materialien aus dem ehemaligen Stadtmuseum. Die ausgestellten Fundstücke gehen auf die Urgeschichte, auf die Eisenzeit, auf das griechische Zeitalter und auf das Mittelalter zurück. Neben den Stücken aus der Jungsteinzeit (Steinbeile, Obsidianschabemesser aus Policastro) und der Eisenzeit (Krüge mit rundem Hals, Fibeln in verschiedenen Formen, Saiteninstrumente aus den Gräbern von Cirò), beherbergt das Museum Funde beachtlichen kunsthistorischen Interessens. Unter diesen befinden sich Funde aus der Frühzeit wie verschiedene korinthische Salbenbehälter, Fragmente einer klassischen Vase mit schwarzen Figuren, einer Vase aus Chalkida, Keramik aus verschiedenen Zentren der Lucania, Vasen aus dem antiken Apulien mit roten Figuren und eine etruskische Tontaube. Zahlreich ist auch das Material aus Crotone: Funde aus dem Neolithikum, ein Stirnziegel aus der Frühzeit von Gorgone, das Kopfstück eines Jünglings aus Terrakotta, ein Marmorblock mit dem Abbild Herkules im Kampf gegen die Zentauren, ein Weihrelief, Keramik mit roten Figuren, Masken und kleine Bronzefiguren mit Herkules im Angriff mit Leontè. Besonders interessant ist ein Grenzstein mit der griechischen Nummer „29“ und ein Bronzestein mit der Inschrift „Acanthropos figlio di Teognide”. Die Abteilung der Dokumentation der Wallfahrtskirche von Hera in Capo Colonna (das Lacinion) sticht klar hervor. Das Heiligtum hatte eine große Wichtigkeit und war bis zur Versetzung nach Tarent, Sitz des großgriechischen Bundes. Von dieser Stätte sind Weihobjekte, Fragmente architektonischer Dekorationen aus Marmor und Terrakotta und Skulpturfragmente, allesamt aus der Frühzeit, ausgestellt. Die beschriebene Stele erinnert daran, dass die Wallfahrtskirche der Hera Eleytheria gehörte. Die Skulpturgruppe aus der römischen Zeit von Eros und Psyche, die im Meer vor Capo Colonna gefunden wurde, ist die lateinische Widmung der Hera Lacinia. Nicht geringeren Interessens sind die Räume, die den Materialien aus anderen Wallfahrtskirchen der Zone, wie diejenige von Apollo Aleo von Cirò (Punta Alice, Kap von Crimissa), des dorischen Tempels von Caulonia und von Punta Stilo gewidmet sind. Das Stadtmuseum von Crotone wurde im Aragonierschloss installiert und beinhaltet eine heraldische Abteilung, in welcher das Wappen und der Ausschnitt mit den Abzeichen der Familie Ruffo, die in einer Wechselfolge bis zum 1531 Feudalherren von Crotone waren. Des Weiteren beherbergt das Museum eine Waffensammlung mit Kanonen, Teile der Schiffsartillerie aus Bronze, die in den Gewässern Crotones entdeckt wurden und Stichwaffen aus dem 19. bis 20. Jahrhundert und eine Abteilung mit Keramikfunden, die während den Restaurierungsarbeiten im Kloster von S. Chiara und im Schloss ans Licht kamen. Es handelt sich hierbei vor allem um Keramikfragmente des Handgebrauchs aus süditalienischer Anfertigung. Eine weitere Abteilung hütet eine Fotosammlung der Zeitspanne zwischen Ende des letzten Jahrhunderts und dem Jahr 1950. Schließlich befindet sich im Museum auch eine Abteilung zu den mittelalterlichen Trachten, die 52 Gewänder von Prinzen, hohen Amtsträgern, Kurtisanen, Volksmännern, Handwerkern und Geistlichen zählt.



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