Catanzaro (CZ)

Die Stadt zwischen den zwei Meeren

Die Stadt hat antike Ursprünge. Einigen Studien zufolge ist die Gründung von Catanzaro auf die antike griechische Kolonie rückführbar, aus der später Scolacium wurde.
 
Die Legende besagt, dass die Stadt der Magna Grecia, die nur wenige hundert Meter vom Seefahrerviertel Catanzaro entfernt lag, von Odysseus gegründet wurde, und zwar wegen der einzigartigen Eigenschaften des Gebietes, das in der Tat ein fast obligatorischer Durchgangsort entlang der Route zwischen Osten und Westen war.
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Als Hauptstadt Kalabriens und der antiken Provinz Calabria Ultra ist Catanzaro bekannt als Stadt zwischen zwei Meeren, da sie sich in der Landenge von Catanzaro befindet, der schmalsten Stelle Italiens, die die ionische Küste von der nur 35 Kilometer langen tyrrhenischen Küste trennt.
 

Die eigentliche Bedeutung von Katantzárion könnte auf das griechische Verb „katartizen“ rückführbar sein, das in Bezug auf die Seidenindustrie übersetzt „vorbereiten“, „herstellen“ bedeutet.

Die Stadt ist auch als Stadt der drei V bekannt, was sich auf drei der Merkmale bezieht, die sie historisch auszeichnen: Wind (Vento), Samt (Velluto)  und Vitaliano, der Schutzheilige.
Catanzaro wird ständig von starken Brisen aus dem Ionischen Meer, dem Tyrrhenischen Meer und der Sila erfrischt, die zu anhaltenden, ungestümen Windböen beitragen. Samt verlieh der Stadt zusammen mit Damast und Seide Glanz und Reichtum. In Catanzaro blühte die Zucht der Seidenraupen und die handwerkliche Verarbeitung von Seide und Stoffen war so fein, dass diese handwerkliche Tätigkeit Catanzaro internationalen Ruhm in der Seidenkunst verschaffte, und zwar bis zum 19. Jh., als mit der Erfindung der Jaquard-Webstühle die Verarbeitung industriell und der handwerkliche Aspekt abgewertet wurde.
San Vitaliano ist der Schutzpatron der Stadt, und seine Reliquien wurden als Zeichen der Wertschätzung für den Empfang, den die Stadt Papst Calixt II. in Catanzaro hatte zuteil werden lassen, nach Catanzaro geschickt.
 
Catanzaro
 

Catanzaro ist ein wichtiges Geschäfts-, Handels- und Kulturzentrum von ganz Kalabrien mit vielen wichtigen Ämtern, darunter dem Sitz der Regionalregierung.
Seit 1982 gibt es hier die Staatliche Universität Magna Graecia mit den Hauptfakultäten Medizin, Pharmazie und Recht sowie zahlreichen innovativen Studiengängen.
Die Stadt ist mit wichtigen und modernen Kultureinrichtungen ausgestattet, wie dem neuen Theater Politeama, das von Paolo Portoghesi entworfen wurde, dem Museumsareal des Complesso Monumentale di San Giovanni, Sitz wichtiger Ausstellungen, der Freilichtarena „Magna Grecia“ und dem Auditorium „Casalinuovo“.

Die Altstadt besticht mit einigen wichtigen historischen Monumenten, darunter dem Dom mit seiner Madonna mit Jesuskind, einer Statue von Antonello Gagini da Messina aus dem 16. Jahrhundert. Der Normannenturm mit seiner quadratischen und zinnenbewehrten Form ist das, was von den Überresten der alten normannischen Burg übrig geblieben ist.
Villa Triest ist von wunderschönen Lustgärten umgeben, in denen seltene Pflanzen und Marmorbüsten weltberühmter kalabrischer Persönlichkeiten zu sehen sind. Darüber hinaus ist das Belvedere ein perfekter Aussichtspunkt, um das Fiumarella-Tal und den Golf von Squillace zu bewundern. Das Provinzmuseum in der Villa Comunale präsentiert prähistorische Funde und Sammlungen antiker Münzen.

 
Catanzaro
 
Der Dom

Der Dom, die Hauptkirche der Stadt, wurde im 12. Jh. erbaut und dann mehrmals wieder aufgebaut.
Die erste Kathedrale, auf der heute der Dom steht, wurde 1121 zuzeiten der Normannen errichtet und der heiligen Jungfrau, Santa Maria Assunta, und den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. 1309 wurde am Eingang des Ulmentors die dem Schutzpatron Vitaliano geweihte Kapelle errichtet, in der seine Reliquien zusammen mit denen von San Fortunato und Sant’Ireneo, den Schutzheiligen der Stadt zuzeiten von Byzanz, aufbewahrt werden.
Die aktuelle architektonische Anordnung weist drei schöne Bronzetüren an der Hauptfassade und drei an der Seitenfassade mit Blick auf Piazza Duomo auf, während sich auf der rechten Seite der 42 Meter hohe Glockenturm befindet, über dem die Bronzestatue der Jungfrau thront.
Im Inneren kann man das Gemälde Madonna der Engel mit Kind aus der Schule von Messina, eine Büste des Schutzheiligen der Stadt S. Vitaliano in der ihm geweihten Kapelle und in der Apsis ein Gemälde der heiligen Jungfrau aus dem 18. Jh. sehen.

 
Basilika Immacolata

Die Basilika der Unbefleckten Empfängnis ist das Lieblingsgotteshaus der Einwohner von Catanzaro. Die 1254 im Herzen der Stadt erbaute Kirche wurde im Laufe der Zeit auf tiefgreifende Weise um- und ausgebaut, was zur Entstehung des heutigen Erscheinungsbildes beigetragen hat.
Das Innere hat die Form eines lateinischen Kreuzes mit mehreren Kapellen, die jeweils Adelsfamilien gehörten, die sie mit mehrfarbigen Marmoraltären und Stuck verzierten. Zu den Kunstwerken der Basilika zählen die Holzstatue von San Rocco neapolitanischer Schule und die Holzstatuen von San Giuseppe, der Addolorata (Schmerzensmutter), San Michele und S. Alfonso aus dem 18. Jahrhundert, die aus der ehemaligen Kirche Santa Caterina stammen.

 
Bisantis-Brücke

Dieser architektonische Riese wurde 1962 vom Architekten Riccardo Morandi erbaut. Als man ihn baute, war es mit seiner Spannweite die zweitgrößte Einbogenbrücke aus Stahlbeton in Europa und der Welt.
Während der Bauarbeiten war der Lehrbogen der Brücke mit einer Höhe von 120 Metern der größte der Welt und konnte Windböen von über 140 km/h standhalten.
Heute ist das Bauwerk das zweithöchste in Europa und das erstgrößte und einzige in Italien in Bezug auf Spannweite, Höhe und Länge. Es ist aus Stahlbeton und stellt aufgrund seiner Größe und Eigenschaften ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst und Architektur dar. Heute ist es ein Symbol der Stadt und eines der berühmtesten Kennzeichen Kalabriens weltweit.

 
Kultur- und Ausstellungszentrum Complesso Monumentale del San Giovanni

Das Complesso Monumentale San Giovanni wurde zwischen dem 15. und 17. Jh. auf den Ruinen der Normannen-/Stauferburg unter Nutzung der Materialien der imposanten Festung errichtet.
Zur Anlage gehört auch der monumentale Brunnen „Der Schürfer“, ein Werk des kalabrischen Bildhauers Giuseppe Rito, das sich durch seinen Farbton auszeichnet, der auf den Kontrast zwischen einer Bronzeskulptur, die die Arbeit des Menschen rühmt, und dem grauen Granitsockel, aus dem das Wasser fließt, zurückzuführen ist, die beide in eine Ziegelnische im neoklassizistischen Stil eingefügt sind.
Hinzu kommen der große Panoramaplatz, der Turm Karls V. und die restlichen Burgmauern.
Das Areal San Giovanni zeichnet sich durch eine große Ausstellungsfläche aus, die auf zwei Etagen verteilt ist. Eine schöne Treppe führt den Besucher zum Innenhof und somit zu den zahlreichen Ausstellungsräumen. Heute ist es nach sorgfältiger Restaurierung zu einem der wichtigsten und prestigeträchtigsten Kultur- und Ausstellungszentren Süditaliens geworden.

Im Jahr 2017 wurden die antiken Burgverliese ans Licht gebracht, die heute dank eines komplexen Sanierungsprojektes besichtigt werden können. 
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Gallerie del San Giovanni für verschiedene Zwecke genutzt, zunächst als Krankenhaus, dann als Kloster der Pater des Theresianischen Ordens, später als Bürogebäude des Pionierkorps und schließlich als Gefängnis. Die geheimnisvollen unterirdischen Gänge, deren Vergangenheit für viele noch unbekannt ist und die nur teilweise ausgegraben wurden, sollten einst der Signoria nicht nur als bequeme Verbindung zur religiösen Macht dienen, sondern auch die mühelose Verschiebung der Soldatentruppen im Falle eines Angriffs oder einer Flucht ermöglichen.

 
Catanzaro
 
Theater

Das Teatro Politeama, das jüngste unter den großen italienischen Schauspielhäusern, hat seine Wurzeln in der antiken Theatertradition der Stadt, dessen Herzstück das Teatro Real Francesco und dann das Stadttheater war.
Das Gebäude respektiert die architektonischen Regeln der klassischen Theatertradition Italiens, wobei das Parterre auf einer fast konkaven Oberfläche einer wellenförmigen Bewegung folgt. Auf die geschwungene Saallinie blicken fünf Logenreihen, die mit siebenzackigen Sternen (Musiksymbole) geschmückt sind. Auf der großen Bühne können dank ihrer technischen Ausstattung verschiedene Arten von Stücken aufgeführt werden: von der Oper zur Sinfonie, vom Tanz bis zur Operette, von der Prosa bis hin zum Musical.
Auf dem Eingangsplatz befindet sich ein vom Architekten Portoghesi entworfener künstlerischer Brunnen.

 
Catanzaro
 
Der Park der biologischen Vielfalt und der Internationale Skulpturenpark

Der Park umfasst eine 60 Hektar große Grünfläche im Herzen der Stadt Catanzaro und stellt ein Ökosystem dar, in dem große Pflanzen- und Tierarten im Einklang leben. Und es ist vor allem ein multithematisches System, in dem die naturwissenschaftliche Dimension mit dem kulturellen, sportlichen und spielerischen Universum eng verflochten ist.
Hier befindet sich der Sitz des CRAS (Schutzzentrum für Wildtiere), des MUSMI (Militärhistorisches Museum „Brigata Catanzaro“) und des Provinzpolizeikorps.

Catanzaro

Sehenswert ist die prestigeträchtige Open-Air-Sammlung zeitgenössischer Kunst unter der Förderung des Museums MARCA, mit Installationen von Dennis Oppenheim (Electric Kisses), Tony Cragg (Cast glance), Jan Fabre (De man de wolken meet/Der Mann, der die Wolken misst), Mimmo Paladino (Zeugen), sieben Eisenskulpturen aus dem Zyklus Time Horizon von Antony Gormley, einem Zementmischer von Wim Delvoye, Totem, bzw. die Darstellung der Figur DarthVader, von Marc Quinn und schließlich einem bemalten Bronze-Diptychon von Stephan Balkenhol, das einen Mann und eine Tänzerin darstellt.

 
Catanzaro
 
Kunstmuseum

MARCA ist ein multifunktionales Museumszentrum, in dem verschiedene künstlerische Situationen zusammenleben können, von der alten Kunst bis hin zur zeitgenössischen Sprache.
Das Museum befindet sich in einem alten Palazzo in der Altstadt von Catanzaro und ist auf drei Etagen organisiert. Das Gebäude ist von einem Garten und einem Innenhof umgeben, während eine große Terrasse den Blick auf das Stadtpanorama freigibt.
Die aktuelle Ausstellung ist in drei Säle unterteilt und besteht aus einer beachtenswerten Anzahl an Werken, die zwischen dem 16. und 20. Jh. datierbar sind, sowie aus denen der Stiftung Rotella, die dem aus Catanzaro stammenden Künstler Mimmo Rotella, einem der großen Meister des letzten Jahrhunderts, gewidmet ist. Im Erdgeschoss befinden sich die Pinakothek und Gipsfigurensammlung der Provinz mit etwa 120 Gemälden und Skulpturen, im ersten Stock die Dauerausstellung über Rotella und die Räume für Wanderausstellungen. Im Kellergeschoss befindet sich das Mehrzweckzentrum für zeitgenössische Kultur.

 
Catanzaro
 
Lido von Catanzaro

Catanzaro Lido ist das nur wenige Kilometer entfernte Küstenviertel der Stadt Catanzaro, das sich entlang der ionischen Küste im Golf von Squillace erstreckt.
Es war ursprünglich als Marina di Catanzaro bekannt und präsentiert sich an der Strandpromenade mit zahlreichen Badeanstalten, Hotels und Clubs.
Der Strand des Lido von Catanzaro ist einer der schönsten Stadtstrände Kalabriens.
Seine eindrucksvolle Krümmung ist auf angenehme Weise umgeben von den Palazzi, die sich unweit der Strandlinie emporheben und eine Osmose herbeizaubern, die durch die zum Grau tendierende Farbe der kleinen Kieselsteine begünstigt wird, aus denen sich der Strand zusammensetzt, dessen Farbspiel sich mit dem angrenzenden Beton der Häuser vermischt.
Obwohl Catanzaro Lido ein typischer Badeort ist, weist er dennoch zahlreiche religiöse Gebäude und historisch und kulturell bedeutsame Monumente auf, wie z.B. den Anker, ein imposantes Denkmal für die Gefallenen des Meeres an der Strandpromenade, eine Betonstruktur mit einem riesigen, etwa 6 Meter hohen Bronzeanker; oder der etwa 30 Meter hohe Tonnina-Turm, der Teil der Fabrik Ledoga war, in der man Tannin herstellte (daher auch der Name des Turmes); und a Gutta, eine kreisförmige Boje von 6 Metern Durchmesser, die an der Strandpromenade aufgestellt und zum Anlegen von Fischerbooten verwendet wurde.

 
Catanzaro
 
Gastronomie

Die Basis der typischen Küche des Gebietes von Catanzaro bilden einfache und naturreine Elemente wie Olivenöl, Chili und Vollkornbrot.
Die lokalen Spezialitäten, die man unbedingt probieren sollte, sind pasta chjna, Nudeln gefüllt mit Provola-Käse , gekochten Eiern, Presskopf und gewürzt mit Fleischsoße und geriebenem Käse, und ciambrotta, ein vegetarisches Gericht aus Nudeln mit Spiegeleiern und Pecorino-Käse.
Das bekannteste Gericht ist sicherlich u Murzeddhu, Kutteln, die auf kleiner Flamme gekocht und mit scharfer Soße serviert werden. Der Tradition nach wird Morzello in der pitta gegessen, einem typischen runden Brot. 
Weitere Gaumenfreuden sind stigghiole, mit Tomaten, Gemüse und Chili zubereitete Innereien vom Zicklein, Kalb oder Schwein.
Unter den charakteristischen Desserts sind besonders fein die crocette: im Ofen gebackene getrocknete Feigen, die mit Walnüssen, Zimt und Zitronat gefüllt sind. Wie bei den anderen Süßspeisen dürfen auch sie natürlich nur mit dem lokalen Wein Malvasia serviert werden.

 

 



 


 

In Catanzaro kann man den Park der Mediterranen Artenvielfalt besuchen. Dieser befindet sich in der Nähe der Agrarschule und besitzt einen Garten, der sich über 114’200 Quadratmetern erstreckt (die Fläche des ganzen Parks beträgt 610’000 Quadratmeter). Im Park wurden sowohl Wiesen, ein botanischer Garten nach italienischer Art (bestehend aus 20’000 neuen Heckenpflanzen und Bodendeckern, 2’000 Hochstammpflanzen und 200 Baumarten) wie auch zwei kleine Seen realisiert. Außerdem kann man innerhalb des Parks eine Jogging- und Fahrradroute von viereinhalb Kilometern zurücklegen, auf einer Eisfläche von 2’561,28 Quadratmetern Schlittschuh laufen und im 3’500 Quadratmetern weiten Spielplatz die Zeit vertreiben. Neben diesen Anlagen bestehen auch ein kleiner See der Wasserpflanzen, ein kleiner Schwanensee, ein grünes Labyrinth, ein Amphitheater, das 700 Plätze beherbergt, eine Bar, eine Toilette und eine Parkanlage von 1’665 Quadratmetern.

Catanzaro bietet seinen Besuchern sehr schöne und suggestive Pfade. Ein Beispiel ist Villa Trieste, ein Stadtpark, der auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückgeht und von welchem aus man das Panorama vom Meer bis hin zur Sila genießen kann. Das Museum der Provinz stellt eine Sammlung griechischer und römischer Münzen, antike Gemälde und eine dem kalabrischen Maler Andrea Cefaly gewidmete Abteilung aus. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Kutschenmuseum, das Museum des Risorgimentos, die Denkmalfontäne „Il Cavatore“, die Kirche von Sant’Omobono (das älteste Monument der Stadt), die Kirche von San Giovanni, die Kirche der Immacolata (die antiken Ursprungs war und gänzlich neugebaut wurde), die Kirche des Monte dei Morti und der Dom (einen neoklassischen Bau, der in den 60er Jahren konstruiert wurde). Das Palazzo Fazzari wurde im 1876 gebaut und mit Grünsteinen aus den Gruben von Stalettì bezogen. Das Gebäude befindet sich auf Corso Mazzini, die Hauptarterie von Catanzaro. Am Anfang der Straße steht der Turm als einziger Überbleibsel des antiken normannischen Schlosses, das während langer Zeit als Gefängnis genutzt wurde und nun restauriert wurde und als Museum dient. Entlang der Hauptstraße, dem „caffè imperiale“ vorbeigehend, gelangt man zu einer kleinen Gasse, die zu einer Fußgängerzone führt, wo man die bekannten „san pietrini“ bewundern kann. Ganz in der Nähe befindet sich die Kirche von Santa Maria di Mezzogiorno aus dem Frühmittelalter. Auf alle Fälle einen Besuch wert ist auch der Gebäudekomplex von San Giovanni, der in der Umgebung des zerstörten normannischen Schlosses emporragt. Die Gegend beherbergte das Krankenhaus, die Gerichtsgefängnisse und die Räume des militärischen Pionierkorps. Das San Giovanni verfügt über ein großes, auf zwei Etagen verteiltes Ausstellungsgelände. Der Zugang zur Anlage wird durch eine schöne Freitreppe, die zum Innenhof und somit zu den zahlreichen Sälen führt, ermöglicht. In der, der Kirche angrenzen, Villa werden die Räume des Kulturreferats und diejenigen der Oberintendantur der Kultur- und Umweltschätze beherbergt. Der weitläufige Aussichtsplatz wurde vom Bundespräsidenten Carlo Azeglio Ciampi eingeweiht. Der Gebäudekomplex San Giovanni ist ein nationales Denkmal. Der Stadtteil, der ursprünglich rione Paradiso hieß, erhielt ab dem 1470 den Namen Rione Case Arse, denn Antonio Centelles setzte den Bezirk in Brand um die Bewohner Catanzaros zu bestrafen, da diese ihn nicht mehr als Graf wollten.

Der Dom von Catanzaro, der schwerwiegend durch die englisch-amerikanischen Bombardierungen vom 27. August 1943 beschädigt wurde und durch Diebstähle und Plünderungen, die sich während Jahren hinzogen, verarmte, wurde in der Nachkriegszeit rekonstruiert. Der neue Dom, der durch die Architekten Vincenzo Fasolo und Franco Domestico entworfen wurde, wurde im Herbst des 1960 geweiht. Die antike Kathedrale aus der Normannischen Zeit, die der Jungfrau Assunta und den Heiligen Pietro und Paolo gewidmet war, wurde durch Papst Callisto II im 1121 geweiht. Das mittelalterliche Werk wurde infolge der gewaltigen wiederholten Erdbeben, welche die Stadt Catanzaro erlitt, zutiefst überarbeitet, was zu einer Verwandlung seines Aussehens im Laufe der Jahrhunderte führte. Man erinnert sich aufgrund ihres Ausmaßes, an die Eingriffe der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die durch den Bischof Torrefranza angeordnet wurden. Dieser erweiterte nämlich den Bau, verschönerte die Innenseite mit bunten Marmorsteinen und baute die apsidiale Zone sowie die Fassade neu. Die infolge der Erdbeben des 1744, des 1783 und des 1832 erlittenen Schäden waren beträchtlich und verursachten die Schließung der Anlage während vieler Jahren und die damit einhergehende Versetzung der Kultstätte in die Kirche der Immacolata. Der Dom bewahrt in seinem Inneren Werke großen historisch-künstlerischen Interessens, die der Beschädigung durch die Zeit und die Menschen, entkamen. Unter diesen, sind folgende erwähnenswert: das silberne Brustbild aus dem späten 16. Jahrhundert von S. Vitaliano, das wahrscheinlich ein Werk des neapolitanischen Silberschmieds Gilberto Lelio war; die Statue der Madonna delle Grazie aus dem 1595, die aus dem antiken Klausurkloster stammte; die Statue der Dormitio Virginis aus Anfangs 18. Jahrhundert; das Altarbild, das den antiken Hochaltar schmückte und die Assunta darstellte aus dem 1750; die Holzskulptur der SS. Vergine Addolorata, die das Werk einer neapolitanischen Werkstatt aus dem 19. Jahrhundert war; das Leinwandgemälde von Domenico Augimeri, das die Sacra Famiglia (1834) abbildete. Außerdem sind die Kirchenornate, die aus dem 19. bis 21. Jahrhundert stammen, sehr bedeutend.

Das “Marca” ist ein Museumszentrum, das darauf hinstrebt sowohl verschiedene künstlerische Momente, von der antiken Kunst bis hin zur zeitgenössischen Sprache, in all ihren Ausdrucksformen, nebeneinander zu beherbergen. Der Komplex ist in drei Räume geteilt. Im Erdgeschoss wurde di Pinakothek, das Gipsfigurenkabinett und eine Dauerausstellung von 120 Werken bestehend aus Malereien und Skulpturen, die aus dem 17. bis 21. Jahrhundert stammen, eingerichtet. Dazu gehören wunderbare Gemälde von Antonella de Saliba, Battistello Caracciolo, Mattia Preti, Salvador Rosa und Andrea Sacchi. Außerdem werden eine große Anzahl Werke von Andrea Cefalì sowie Gips- und Marmorfiguren von Francesco Jerace ausgestellt. Im ersten Stock findet man die Säle, die den temporären Ausstellungen gewidmet sind und die Dauerausstellung von Mimmo Rotella, dem berühmtesten Künstler Catanzaros. Das Untergeschoss beherbergt eine Mehrzweckhalle für zeitgenössische Kultur. Das archäologische Museum der Provinz Catanzaro, das im 1879 gestiftet wurde, verfügt über eine reiche Medaillensammlung, die über 8'000 Exemplare fasst (Münzen aus der großgriechischen, brettischen, römischen, byzantinischen und normannischen Epoche). Die archäologische Sammlung bewahrt Funde aus der Steinzeit, aus der Eisenzeit und aus der Jungsteinzeit. So beispielsweise eine kleine Tonstatue der Athena, ein dekorierter Bronzehelm und weitere Objekte aus der griechischen Zeit. Es besteht auch eine Gravur auf Goldfolie, welche die Verehrung der Magi darstellt und auf das siebte Jahrhundert zurückgeht. Das Diözesanmuseum von Catanzaro wurde im 1997 gegründet und befindet sich im Bischofspalast. Das Museum stellt Kelche, Messgewänder, Kerzenleuchter, Ornate, Gemälde, Holzskulpturen und Marmorwerke, die ab dem 19. Jahrhundert datierbar sind und aus einigen Kirchen des Territoriums stammen, zur Schau. Teil dieses Materials gehörte dem Schatz der Kathedrale und der Erzdiözese von Catanzaro. Zu den Gemälden, größtenteils von süditalienischen Künstlern, gehören La Pentecoste von Domenico Leto (19. Jahrhundert), eine Madonna mit dem Kind (19. Jahrhundert), die Krönung der Jungfrau in der Herrlichkeit der Heiligen von Biagio von Vico (19. Jahrhundert), San Nicola Vescovo von Mattia Preti (1613-1699) und eine Madonna der Gnade (19. Jahrhundert). Von den heiligen Ornaten kann man einen roten Chormantel aus goldener Folie des 18. Jahrhunderts bewundern, der in Catanzaro angefertigt wurde. Zu den Silberwaren gehören eine Monstranz (1782), ein professionelles Kreuz (19. Jahrhundert) und ein Baldachin des Allerheiligen (1856). Kürzlich wurde ein Ölgemälde angeschafft, das Sant’Umile von Bisignano des 18. – 19. Jahrhunderts darstellt und von einem unbekannten Künstler stammt.

Das Politeama Theater das vom Prof. Paolo Portoghesi skizziert wurde, umfasst ein Volumen von 53'000 Kubikmetern und eine Oberfläche von 5'700 Quadratmetern, die sich rund um einen hufeisenförmigen Saal, der 500 Quadratmeter groß ist, befindet. Die Bühne, aus technologischer Perspektive eine der fortschrittlichsten in ganz Italien, kann als „Herz“ des Theaters bezeichnet werden. Letztere ist nämlich 22,30 Meter breit, 20 Meter tief und hat eine Höhe von 30 Metern (24 Meter bis zur Bühnendecke). Außerdem ist der Bühnenrahmen 15 Meter breit und 16 Meter hoch. Die Arena der Magna Graecia von Catanzaro, das große Theater mit 4'000 Polstersesseln, ist in zwei Sektoren und weitere 800 Plätze in den Seitentribünen geteilt. Das städtische Auditorium „Aldo Casalinuovo“, das dem Jurist aus Catanzaro, der während vielen Jahren Präsident der nationalen Rechtsanwaltskammer war, gewidmet ist, ist eine Mehrzweckanlage, die sich im Stadtzentrum, neben dem Gymnasium „Galluppi“ befindet. Die Anlage beherbergt 600 Sitzplätze und verfügt über eine ausgeklügelte technologische Einrichtung, die sowohl für Kongresse und Konferenzen wie auch für Konzerte und theatralische Schauspiele genutzt werden kann.



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