Gerace (RC)

Die Eleganz der heiligen Stadt

Eingetaucht in den Anhöhen der Locride zeigt das Dorf Gerace seine normannische und byzantinische Seele durch seine einfache und elegante Schönheit.
Der Name Gerace wird vom griechischen Wort Jerax abgeleitet, das „Sperber“ bedeutet.
 
Der Legende nach war es ein Sperber, der den genauen Punkt angezeigt hat, an dem das Dorf erbaut werden sollte - einem Gebiet, das geschützt vor den Angriffen der Sarazenen liegt.
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Gerace ist ein Labyrinth von Gassen, die eine Landschaft bilden, in der Kultur und Natur ineinander übergehen.
 
Auf einem Hügel mit Blick auf das Ionische Meer in den Fels gehauen stellt sich Gerace als ein landschaftbildendes Labyrinth von Gassen dar, in dem Kultur und Natur ineinander übergehen. Die fremden Herrschaften, die sich in den verschiedenen Stilen der wunderbaren Gebäude der Stadt widerspiegeln, haben eine komplexe künstlerische Identität hinterlassen, in der die Energie eines stolzen und eleganten Landes vibriert.
 
Gerace
 

Eleganz ist die erste Sensation, die beim Blick des Besuchers auf das Dorf erweckt wird. Gerace offenbart sich langsam den Augen derjenigen, die es besuchen. Jede Ecke erzählt von der Kultur und der Geschichte des Ortes. Die byzantinischen Formen von Gerace sind nicht im Laufe der Zeit und im Zug der verschiedenen Einflüsse verschwunden.

Hier musste sich der Orient zwar wie an anderen Orten verstecken, wurde allerdings aufgenommen, verarbeitet und mit Leichtigkeit gezeigt.  In Gerace spricht alles von Zivilisation, Kulturaustausch und tiefgreifender Religiosität: Der Ort mit seinen 128 Kirchen, von denen es heute nur noch 17 erhalten sind, wurde die Heilige Stadt genannt. Die beeindruckend künstlerisch hohe Anzahl an Kirchen und Palästen zeigt nicht den ganzen Charme von Gerace, der sich in den engen Gassen, auf den Plätzen, in den Bögen, in den Unterführungen, in den reichgeschmückten Portalen, in den erhaltenen gewölbten Holzöfen zum Backen von Brot fortsetzt. In den geschichtsträchtigen Mauern warten prächtige Überraschungen, die wie Edelsteine ​​glänzen. Die maurischen zweibogigen Fenster der sogenannten „Casa Catalana“ (Gebäude); die in den Felsen gehauenen Töpferläden. Und nicht zu vergessen der Dom, ein außergewöhnlich schönes Kunstwerk, das zu den wichtigsten im Süden zählt.

Gerace, das aus gutem Grund zu den schönsten Dörfern Italiens zählt, bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die den Besucher, angefangen von seinen architektonischen Reichtümern von nationalem Interesse sicherlich zufriedenstellen: der Dom, der größte in ganz Kalabrien.

 
Gerace
 
Entlang der Ortschaft

Am besten erkundet man Gerace, indem man durch die verschiedenen Stadtteile des Dorfes spaziert: Borgo Maggiore, Piana, Borghetto und Altstadt. Wenn man durch die typischen engen Gassen schlendert, kann man etwa dreißig Kirchen bewundern. Unter ihnen stechen sicherlich der Dom, der im Jahr 1045 geweiht wurde und mit Sicherheit zu einer der bedeutendsten im Süden zählt, mit dem angeschlossenen Diözesanmuseum, die Klosterkirche des Hl. Franz von Assisi, die griechisch-orthodoxen Kirche San Giovannello und Kirche der Santa Maria del Mastro hervor.

Von der dem hl. Franz von Assisi geweihten Klosterkirche sind nur noch der Brunnen und ein Teil des Kreuzgangs erhalten.
Das östliche Licht von Byzanz geht unversehrt von der Kirche San Giovannello aus, einem kleinen mittelalterlichen Gebäude mit einem einzigen Kirchenschiff, das eine zurückhaltendere und strengere Spiritualität hervorruft als die, die durch die Pracht des Doms entflammt wird. Byzanz spiegelt sich auch in den dahinschwindenden Fresken, der einschiffigen Architektur, den Bestattungen, die in den Gräbern der Kirche der Annunziatella, der Zeit von San Giovannello, gemischt sind, wider. Die Kirche war bereits im frühen 16. Jahrhundert baufällig.

 
Gerace
 

Von griechischen Kultur, die in Gerace noch sehr lebendig ist, zeugt die Kirche der Santa Maria del Mastro, ein großartiges byzantinisches Gebäude, das allerdings nach der Festigung der normannischen Macht erbaut wurde.
Und schließlich die heutzutage zu Ruinen zerfallene Burg, die man über den Weg, der an der Kirche des San Francesco (Hl. Franz) vorbeiführt oder über die Seitenstraßen des Doms erreichen kann. Diesen Weg folgendend kommt man am freien Platz, den so genannten „Baglio“ vorbei. Die von den Byzantinern auf bereits bestehenden Strukturen errichtete Burg, verfügte über Befestigungsanlagen, die den gesamten Felsen umgaben. Das Erdbeben von 1783 versetzte ihr den Todesstoß.

 
Gerace
 
Der Dom

Der Dom von Gerace, der zum byzantinisch-romanisch-normannischen Nationaldenkmal erklärt wurde, ist der größte in Kalabrien und das eindrucksvollste Zeugnis der normannischen Besetzung der Region.
Der Maria Assunta geweihte Dom wurde in der Zeit der Besetzung durch die Normannen zwischen 1085 und 1120 auf einem bereits vorhandenen Gebäude aus dem 8. Jahrhundert erbaut. Aufgrund seiner eindrucksvollen Struktur wirkt er eher wie eine Festung als wie ein religiöses Gebäude, aber diese Erhabenheit macht ihn auch zum repräsentativsten Denkmal der byzantinisch-romanisch-normannischen Architektur in Kalabrien.

 
Gerace
 

Auf der großen Kalksteinmauer ragen zwei der drei halbrunden Apsiden hervor. Das Innere ist in drei Schiffe unterteilt, in denen 20 Granit- und Marmorsäulen untergebracht sind, die in der Mitte von zwei T-förmigen Säulen unterbrochen und von Kapitellen aus der späten Kaiserzeit überragt werden. Sein urtümlicher Stil, eine Mischung aus dem Romanischen und dem Normannischen, ist unverschnörkelt und beschränkt sich auf das Wesentliche. Entlang des linken Seitenschiffs befindet sich ein Flachrelief, in dem die Ungläubigkeit des Hl. Thomas dargestellt ist. In der Apsis steht der Altar des Heiligen Herzens der Maria aus dem Jahr 1771.
Im Hauptschiff öffnet sich der lange Apsidenchor, der die Dimensionen der darunter liegenden Krypta annimmt, während sich auf den seitlichen Quadraten des Querschiffs eine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert befindet, die von einem Kreuzgewölbe bedeckt und mit Rippen geschmückt ist, deren komplexer Querschnitt auf eleganten eckigen Säulen ruht.

 
Gerace
 
Das „Borgo Incantato“

Das „Borgo Incantato“ (verzaubertes Dorf) ist eine der beliebtesten Veranstaltungen der lokalen Bevölkerung. Hierbei handelt es sich um ein internationales Festival für Straßenkunst in Kalabrien, das auch bei Touristen großen Anklang findet.

Das Ziel des Festivals ist es, sowohl die lokale Tradition als auch fremde Kulturen in einer einzigartigen Atmosphäre zum Ausdruck zu bringen, indem Gerace als Treffpunkt von Kulturen, Künsten und Wirkungen agiert. In einem wunderbaren Rahmen, in dem der Geschmack im wahrsten Sinne des Wortes der Tradition wiederentdeckt werden kann.

Die Musik, die Lichter, die Emotionen der Straßenkunst, aber auch die erhabenen Aromen der typischen Küche aus Gerace: All die angeführten Punkt tragen dazu bei, dass diese Veranstaltung in ihrer Art einzigartig ist. Die Gastfreundschaft der Dorfbewohner ermöglicht es, die wahre lokale Tradition zu genießen. Die Keller öffnen ihre Pforten, um Weine und lokale Produkte verkosten zu können.
Das „Borgo Incantato“ ist ein einzigartiger Moment allgemeiner Gemeinschaftlichkeit, bei dem über unvergessliche und vielfältige Emotionen die Nächte von Gerace zu zauberhaften Momenten werden.

 
Gastronomie

Die Suche nach der regionalen Küche beginnt beim Wein. Das berühmteste Produkt der Region ist der legendäre Greco di Gerace, ein Likörwein mit 17 % Vol., der aus griechischen Trauben in begrenzten Mengen hergestellt wird. Die Geschichte erzählt, dass die Griechen diesen Wein zusammen mit Honig als Zeichen der Gastfreundschaft anboten. Unter den landestypischen Speisen und Weinen sind die handgedrehten Nudeln mit „Melanzane mbuttunate“ (gefüllte Auberginen) zu erwähnen, die mit dem für Gerace aus großen Oliven hergestellten typischen Olivenöl gewürzt sind.
Im Alltag stehen frittierte Speisen auf dem Ernährungsplan: Charakteristisch sind Alatucia (Speckschwarten) mit Eiern und die Curcudia, eine Art Polenta aus dem Gebiet des Aspromonte. Bekannt ist die Herstellung von Ricotta und Käse, die noch mit antiken Verfahren hergestellt werden. Bei den Wurstwaren sind die Capocollo und die Soppressata besonders erwähnenswert, die man mit hausgemachtem Weizenbrot genießen kann. Auch die leckeren getrocknete Feigen, die mit Mandelnüssen zubereitet werden, Maulbeeren und die Costee (getrocknete Birnen) sollten unbedingt gekostet werden.

 


 


Adresse Via di Sottoprefettura 1
  89040 Gerace (RC)
Telefonnummer +39 0964 356243
Webseite http://www.comune.gerace.rc.it/
 

 

In der Ortschaft Gerace, die den Kern vieler Gebäude, die sich auch außerhalb der Stadtmauern befinden, bildet, leben auch heute noch Bauer und Tonhandwerker. Diese Handwerker arbeiten in Grotten, die im Tuffstein ausgehöhlt wurden und führen so eine handwerkliche Tradition, die im 16. und 17. Jahrhundert florierte, weiter.

Gerace ist eine Kleinstadt, die reich an architektonischen Schätzen – von der Kathedrale byzantinischen Ursprungs bis hin zu den Wohnungen, die im Tuffstein ausgehöhlt wurden – ist. In der Ortschaft ist es nach wie vor möglich, den Töpfern zuzuschauen, die den Ton nach der antiken griechischen Form modellieren. Die prächtigen Herrenpaläste verfügen über Steintore, die durch die lokale Steinmetzen bearbeitet wurden. Die tausendjährige Geschichte von Gerace wird durch den Charme der Kirchen und der prächtigen Gebäude aus Tuffstein mit wertvollen Toren, durch die Ruinen des imposanten Schlosses, das im höhergelegenen Teil der Stadt emporragt und durch die ländlichen Sträßchen bezeugt. Die historischen und kulturellen Schönheiten verliehen der Stadt den Titel eine der schönsten Ortschaften Italiens (Borghi più belli d’Italia). Bemerkenswert ist auch die Kirche der S. Maria des Mastro, die im zwölften Jahrhundert in der Mitte der Ortschaft erbaut wurde. Die Kirche weist eine typisch byzantinische Architektur auf, verfügt aber über eine Fassade aus dem 17. Jahrhundert. Leicht erhöht liegt das Borghetto, wo man viele Reihenhäuser aus dem Mittelalter beobachten kann, die teilweise durch Steinbögen gestützt werden. Im hohen Teil der Stadt, der auf dem ebenen Felsgipfel situiert ist, kann man den Platz des Toccos bewundern, wo einst die Versammlungen stattfanden und wo heute noch wichtige Gebäude des Adels von Gerace bestehen.

Die Kathedrale ist teils auf den Felsen und teils auf einer griechisch-byzantinischen Krypta gestützt und wurde wahrscheinlich auf einem antiken Betsaal mit verschiedenen gewölbten Säulen im zehnten bis elften Jahrhundert gebaut. In der nahegelegenen Kapelle von San Giacomo wird „der Schatz der Kathedrale“ aufbewahrt, der aus einem wichtigen Kirchenmobiliar und Silbergeschirr besteht – darunter ein wundervolles Heiligenkreuz aus Jerusalem, das auf das 13. Jahrhundert datierbar ist. Beachtlich ist auch die Kirche von San Francesco (1227), die ursprünglich dem San Lorenzo gewidmet war und an welche ab dem 1252 das Kloster der Ordensbrüder Frati Minori grenzte. Die gotische Kirche bewahrt ein wundervolles, spitzbogiges Seitentor aus Tuffstein, ist mit einem dreifachen Bogen dekoriert und wurde vom arabisch-normannischen Stil inspiriert. Auf der südlichen Seite der Kirche, ragt die kleine Kirche von San Giovannello empor, ein kleiner Schatz der basilianischen Architektur, der ungefähr auf das zwölfte Jahrhundert datierbar ist. Im tiefergelegenen Teil der Gemeinde befinden sich die Kirch des Sacro Cuore aus dem 18. Jahrhundert, die Porta del Sole mit ihren barocken Formen, der suggestive Platz des Toccos und die Kirche von Sant’Anna. Die Kathedrale, die der Assunta gewidmet war und zum ersten Mal im 1054 und anschliessend im 1222 wahrscheinlich in Anwesenheit von Federico II aus dem Schwabenland geweiht wurde, ist die wohl grösste und eine der wichtigsten Kirchen Kalabriens. Der Bau bewahrt die sauberen Linien der normannischen Kathedralen und die byzantinische Gliederung. Die Kirche von S. Giovannello, ein kleines Gebäude, das auf das elfte bis zwölfte Jahrhundert zurückgeht, enthält einen Brunnen, der ursprünglich als Taufbecken genutzt wurde.

Vom antiken Schloss kann man bloß noch wenige Überreste bewundern: ein zylinderförmiger Wachtturm, Mauerstücke und einzelne, zerstreute Ruinen. Einst war das Schloss durch eine Fallbrücke mit der Stadt verbunden und stellte ein Zufluchtsort für die Bevölkerung dar. Es wurde während der normannischen Zeit (1057-1060) konstruiert, im 13. bis 14. Jahrhundert neu- und im 16. Jahrhundert umgebaut.



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